Ukraine greift wichtigen russischen Öl-Exporthafen in 20 Regionen an
Die russische Ölindustrie leidet bereits erheblich unter den anhaltenden Angriffen aus der Ukraine. Diese Angriffe dauern weiterhin an und richten sich nicht ausschließlich gegen Raffinerien.
Nach Berichten vor Ort wurden bei Drohnenangriffen der Ukraine die russischen Ostseehäfen Wysozk und Ust-Luga beschädigt. Ust-Luga zählt zu den bedeutendsten Exporthäfen Russlands für Öl. Laut Regionalgouverneur Alexander Drosdenko wurden in der Region insgesamt 56 Drohnen abgeschossen.
Gleichzeitig berichten ukrainische und russische Medien von erneuten Angriffen auf die Ölraffinerie Jaroslawl. In sozialen Netzwerken kursieren Fotos und Videos, die Rauch über der Raffinerie zeigen. Die Anlage, rund 700 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt, war bereits mehrfach Ziel solcher Angriffe.
Offizielle Angaben zu möglichen Schäden an der Raffinerie liegen bislang nicht vor. Der Gouverneur von Jaroslawl, Michail Jewrajew, teilte mit, dass die Flugabwehr mehr als 70 Drohnen abfangen konnte. „Zwei Personen erlitten Splitterverletzungen und werden derzeit im Krankenhaus behandelt“, schrieb er auf Telegram. Zudem warnte er vor weiteren Angriffen.
Auch die Hafenstadt Sewastopol auf der von Russland besetzten Krim geriet ins Visier der ukrainischen Streitkräfte. Dort wurde die Energieinfrastruktur beschädigt, wie der eingesetzte Gouverneur Michail Raswoschajew mitteilte. Später informierte er, dass die Stromversorgung für die Mehrheit der Haushalte nach Umschaltung auf Reservekapazitäten wiederhergestellt sei. Auf der Halbinsel führten Drohnenangriffe laut dem von Moskau eingesetzten Statthalter Sergej Aksjonow zum Tod einer Frau und verletzten zwei weitere Personen. In der Region Kaluga, etwa 190 Kilometer südlich von Moskau, setzte ein Drohneneinschlag ein Industriegebiet in Brand.
Nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums hat die Ukraine insgesamt rund 20 Regionen Russlands und unter russischer Kontrolle stehende Gebiete angegriffen. Dabei sollen mehr als 500 Drohnen eingesetzt worden sein.