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Ronaldo kritisiert Vinícius und Ancelotti nach Brasiliens WM-Aus

Ronaldo kritisiert Vinícius und Ancelotti nach Brasiliens WM-Aus

Brasilien erlitt einen schmerzhaften und unerwartet frühen Rückschlag, als das Team im Achtelfinale der Weltmeisterschaft gegen Norwegen ausschied. Das Gefühl des Scheiterns ist unverkennbar, angesichts der hohen Erwartungen auf den sechsten WM-Titel. Stattdessen stellte sich Erling Haaland ihnen in den Weg und sorgte für die entscheidenden Treffer.

Die brasilianischen Medien zeigten nach dem frühen Ausscheiden keine Gnade, und die Reaktionen folgten unmittelbar nach dem Schlusspfiff.

Ronaldo Nazário hinterfragt taktische Entscheidungen

Eine der ersten prominenten Stimmen war Ronaldo Nazário, der mit seiner Bewertung nicht zurückhielt.

„Ich muss ehrlich sein, ich glaube, dieses Ausscheiden beginnt mit den Entscheidungen auf der Bank“, sagte Ronaldo. „Carlo Ancelotti zählt zu den besten Trainern der Fußballgeschichte, aber heute Abend hat er zu viele Fehler gemacht.“

„Ich verstehe bis heute nicht, warum João Pedro nicht im Kader war. Er hatte eine herausragende Saison, ist in Topform, und Brasilien brauchte einen Stürmer, der etwas anderes einbringen konnte.“

„Dann schaut man auf Endrick. Jedes Mal, wenn er ins Turnier kam, brachte er Energie, Aggressivität und Unberechenbarkeit mit. Trotzdem saß er die meiste Zeit der WM auf der Bank. Das verstehe ich nicht.“

Ronaldo richtete auch den Blick auf Brasiliens größte Stars.

„Vinícius Júnior muss ebenfalls Verantwortung übernehmen. Wir alle wissen, wie talentiert er ist, aber das war keine gute WM für ihn. Er wirkte nie wie der Spieler, der auf Klubebene dominiert. Wenn Brasilien seine größten Stars brauchte, hat er sich nie wirklich durchgesetzt.“

„Norwegen hat den Sieg verdient, das muss klar sein. Sie waren organisiert, diszipliniert, und Haaland bestrafte jeden Fehler. Aber Brasilien hat Norwegen mit schlechten Entscheidungen schon vor dem Spiel geholfen.“

„Auf diesem Niveau können ein oder zwei Fehler das WM-Aus bedeuten. Heute Abend waren es zu viele.“

Felipe Melo fordert Einsatz von Neymar

Auch der ehemalige brasilianische Nationalspieler Felipe Melo äußerte sich bei Sportv.

„Ich verstehe, dass der Trainer seine Überzeugungen hat, aber ich hätte Neymar von Anfang an gebracht“, sagte er. „Neymar hätte den ersten Elfmeter verwandeln können, und das Spiel wäre eine ganz andere Geschichte gewesen.“

Brasilianische Presse übt scharfe Kritik

Das führende Sportportal Brasiliens, Globoesporte, bezeichnete das Ausscheiden als „Das Ende des Weges“ und hob hervor, dass dies Brasiliens schlechteste WM-Leistung seit 1990 sei.

Es wurde auch ein beunruhigendes Muster festgestellt: Zum sechsten Mal wurde Brasilien in einem WM-Turnier von einer europäischen Mannschaft eliminiert.

In den Spielerbewertungen fiel die Kritik vor allem auf zentrale Figuren.

Zu Vinícius Júnior schrieb das Portal: „Obwohl er Fehler machte, hatte er auch gute Momente. Er konnte nicht die Wirkung entfalten, die er an anderen Stellen dieser WM gezeigt hat.“

Endrick erhielt eine der schärfsten Bewertungen: „Er bekam einen perfekten Pass von Vini Jr. und vergab im Eins-gegen-Eins mit dem Torwart sehr schlecht.“

Auch Ancelotti geriet unter Beschuss: „Das Fehlen von Offensivoptionen war offensichtlich. Das machte ihn in den Schlussphasen verwundbar, und er konnte das Ausscheiden nicht verhindern.“

Andernorts titelte Folha de S. Paulo: „Brasilien fällt – der Traum vom sechsten Titel ist vorbei“, während Placar mit „Brasilien scheitert erneut“ deutlich wurde. ESPN Brasil wählte einen anderen Ansatz mit „Brasilien sieht zu, wie Haaland sie in 10 Minuten zerstört.“

Fehlgeschlagener Elfmeter prägt Spiel

Ein großer Teil der Aufmerksamkeit richtete sich auch auf Bruno Guimarães’ verfehlten Elfmeter zu Beginn des Spiels. Placar merkte an, dass er erst vier Elfmeter in seiner Karriere geschossen hatte, während Folha de S. Paulo darauf hinwies, dass er der erste Brasilianer seit 1986 war, der einen WM-Elfmeter verschoss.

„Haaland bringt Brasilien zum Weinen“

Auch die internationale Presse spiegelte die Schockwelle über Brasiliens Ausscheiden wider.

Die französische L’Équipe titelte: „Haaland bringt Brasilien zum Weinen“ und hob sowohl die entscheidende Leistung des Stürmers als auch die Tränen der brasilianischen Spieler nach dem Schlusspfiff hervor.

Die BBC wählte einen zurückhaltenderen Ton: „Haaland trifft doppelt, Norwegen wirft Brasilien raus“, betonte aber im Spielbericht den verschossenen Elfmeter und Haalands eher zurückhaltenden Beginn vor seinem entscheidenden Einfluss.

In Italien verstärkte die Gazzetta dello Sport die Geschichte um den norwegischen Stürmer mit der Schlagzeile: „Haaland ist größer als Brasilien.“