USMNT im WM-Fokus nach Balogun-Sperre: „Das stinkt gewaltig“
Rund um die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 wächst die Kontroverse, nachdem die FIFA die Ein-Spiele-Sperre für USMNT-Stürmer Folarin Balogun aufgehoben hat, was europaweit und darüber hinaus für heftige Reaktionen sorgt.
Diese Entscheidung sorgt sowohl bei Gegnern, Experten als auch ehemaligen Spielern für Erstaunen und wirft nun Fragen zur Fairness, Konsistenz und möglicher externer Einflussnahme auf.
Belgien reagiert mit Unglauben
Der nächste Gegner der USMNT, Belgien, meldete sich als erstes öffentlich zu Wort.
„Ich wusste nicht, dass beim WM-Turnier und bei der FIFA der 5. Juli eigentlich der 1. April ist. Es ist ein Aprilscherz“, sagte Belgien-Trainer Rudi Garcia. „Wir verteidigen nicht die Nationalmannschaft oder den Verband, sondern den Fußball und seine Integrität.“
Mit diesen Worten brachte er die Frustration Belgiens über eine aus ihrer Sicht inkonsistente Disziplinarentscheidung am Vorabend eines wichtigen Spiels zum Ausdruck.
Legenden der Premier League äußern sich
Auch in England fiel die Reaktion während einer Diskussionsrunde beim UK-Sender ITV deutlich aus.
Roy Keane sparte nicht mit Kritik und bezeichnete die Entscheidung als ungerechtfertigt, wobei er von Vetternwirtschaft sprach.
„Es wirkt unfair, weil es unfair ist. Es sieht nach einem Freundschaftsdienst aus, so kann man es ausdrücken“, erklärte Keane.
Gary Neville ging noch weiter.
„Das stinkt absolut zum Himmel. Und wisst ihr was? Sind wir überrascht? Nein, mit dieser Truppe nicht“, sagte er.
Auch der ehemalige englische Stürmer Ian Wright äußerte sich besorgt über die generellen Abläufe im Turnier.
„Manches, was bei dieser WM passiert ist, war beschämend“, bemerkte Wright.
Der britische Medienstar Piers Morgan warnte zudem, dass dieser Vorfall das Turnier prägen könnte.
„Das wird die größte und womöglich skandalöseste Geschichte dieser WM sein“, sagte er.
Klopp zweifelt an politischem Einfluss
In Deutschland wurde der ehemalige Liverpool-Coach Jürgen Klopp zu Berichten befragt, wonach Donald Trump FIFA-Präsident Gianni Infantino bezüglich der Rotkarten-Überprüfung für den USMNT-Stürmer kontaktiert haben soll.
Klopp reagierte klar und deutlich.
„Wenn das tatsächlich passiert ist, ist das Wahnsinn“, sagte Klopp. „Sagen wir es so: Das ist unser Spiel, nicht ihres. Diese beiden Personen, die keine Ahnung vom Fußball haben, sollten sich raushalten.“
Er ergänzte, dass er die ursprüngliche Entscheidung für korrekt hält.
„Das war eine rote Karte. Keine Diskussion. Wir fühlen mit Balogun, weil keine Absicht dahintersteckte, aber das sind nun mal die Regeln“, erklärte Klopp.
Frankreich sieht Präzedenzfall kritisch
Auch in Frankreich entfachte die Entscheidung eine Debatte über mögliche weitreichende Folgen.
Im Programm des Journalisten Daniel Riolo wurde die vermutete Einflussnahme auf das Urteil thematisiert.
„Der Einfluss von Donald Trump auf diese Entscheidung ist viel zu groß“, sagte ein Kommentator. „Wäre es Lukaku, Doku oder De Bruyne gewesen, hätte man die rote Karte gegen die USA dann auch aufgehoben?“
Die Diskussion endete mit der Sorge, dass sich das Bild der USMNT für den Rest des Turniers nachhaltig verändern könnte.
„Ab jetzt wird man die USA bei dieser WM anders sehen. Jeder Einsatz wird unter Verdacht stehen“, fügte das Panel hinzu.