Iran beansprucht Alleinverantwortung: Teheran lehnt Macrons Minenräumungsmission im Hormus ab
Der Iran zeigt sich strikt gegen eine internationale Minenräumung in der Straße von Hormus. Die Tatsache, dass Frankreichs Präsident Macron gerade den Oman als Partner für diese Mission ins Spiel bringt, wird vom Mullah-Regime als besondere Provokation empfunden.
Teheran lehnt eine Beteiligung anderer Länder an der Minenräumung in der strategisch wichtigen Meerenge entschieden ab. Vizeaußenminister Kasem Gharibabadi äußerte auf der Plattform X, dass der von Präsident Emmanuel Macron vorgeschlagene Einsatz mit internationalen Partnern gegen das bestehende Abkommen verstoße. Dieses sehe vor, dass allein der Iran für die Minenräumung verantwortlich sei, so Gharibabadi weiter.
Teheran werde einer gemeinsamen Operation unter internationaler Beteiligung niemals zustimmen, betonte er. Zudem warf er Frankreich vor, mit solchen Initiativen die ohnehin fragile Lage in der Meerenge durch zusätzliche „Provokationen“ weiter zu verschärfen.
Während seines Treffens mit dem Sultan von Oman, Haitham bin Tarik, in Paris sprach Macron auch über die Situation in der Straße von Hormus. „Wir haben beschlossen, gemeinsam mit unseren Partnern bei der Minenräumung in der Meerenge mitzuwirken, um die Sicherheit der Seewege zu gewährleisten und eine freie sowie uneingeschränkte Durchfahrt durch die Straße von Hormus sicherzustellen“, erklärte Macron anschließend auf X.
Unklare Rolle Omans
Der Élysée-Palast veröffentlichte im Anschluss eine gemeinsame Erklärung, in der betont wurde: „Die beiden Staatsoberhäupter hoben die Bedeutung der Wiederöffnung der Straße von Hormus hervor und bekräftigten ihr Engagement für eine freie Schifffahrt ohne Einschränkungen, insbesondere das Recht auf Transit gemäß dem Seerecht. Beide Seiten vereinbarten, mit allen Beteiligten zusammenzuarbeiten, um sich künftig für die Freiheit der Schifffahrt einzusetzen und gemeinsame Minenräumungsaktionen durchzuführen.“
Auf Nachfrage gab der Élysée-Palast keine weiteren Details preis, ob Oman sich bereit erklärt hat, die von Frankreich und Großbritannien initiierte internationale Marine-Mission nach Beendigung der Kampfhandlungen zu unterstützen oder ob darüber hinausgehende gemeinsame Pläne bestehen.
Die Straße von Hormus zählt zu den bedeutendsten Energietransportrouten weltweit. Durch die etwa 40 Kilometer breite Meerenge werden rund 20 Prozent des globalen Rohölhandels abgewickelt. Eine Blockade – sei es durch militärische Eskalationen, Minen oder gezielte Behinderungen – hätte unmittelbare Auswirkungen auf die Weltwirtschaft.