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UN-Generalsekretär übt scharfe Kritik an Israel

UN-Generalsekretär kritisiert Israel scharf

Erstmals seit mehr als 15 Jahren besuchte ein UN-Generalsekretär Syrien und sicherte dem vom Krieg zerstörten Land die Unterstützung der UNO beim Wiederaufbau zu. Gleichzeitig forderte er Israel auf, die syrische Staatsgrenze zu achten und seine Truppen vollständig abzuziehen.

Beim historischen Besuch in Syrien seit 2009 appellierte António Guterres an die internationale Gemeinschaft, das vom Bürgerkrieg schwer gezeichnete Land zu unterstützen, und kritisierte scharf das Vorgehen Israels an den Golanhöhen. „Die Vorgänge rund um die Golanhöhen sind absolut nicht akzeptabel“, erklärte Guterres am Samstag bei einer Pressekonferenz in Damaskus. Die „Souveränität, Unabhängigkeit, Einheit und territoriale Integrität Syriens“ müssten uneingeschränkt respektiert werden.

„Ich möchte die Weltgemeinschaft daran erinnern, dass die Golanhöhen zu Syrien gehören“, betonte der UN-Generalsekretär. An seiner Seite forderte Syriens Außenminister Asaad al-Schaibani einen „sofortigen und bedingungslosen Rückzug“ der israelischen Streitkräfte von den Golanhöhen.

Israel strebt „Sicherheitszone“ im Süden Syriens an

Nach dem Sturz des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad im Dezember 2024 hatte Israel Truppen in eine von der UNO überwachte Pufferzone auf den Golanhöhen entsandt. Seitdem kam es immer wieder zu Angriffen und Vorstößen israelischer Soldaten tiefer in syrisches Gebiet.

Israel begründet einige dieser Einsätze mit dem Schutz der Drusen-Minderheit in Syrien. Offizielle israelische Vertreter erklärten zudem, dass die Armee eine „Sicherheitszone“ im südlichen Syrien etablieren und dort ein größeres entmilitarisiertes Gebiet schaffen wolle. Trotz der angespannten Lage führten Israel und die neuen syrischen Machthaber mehrere direkte Gespräche.

In Damaskus traf Guterres Präsident Ahmed al-Scharaa, der seit dem Sturz Assads die Führung Syriens innehat. Zuvor besuchte der UN-Generalsekretär die Altstadt und die bekannte Omajjaden-Moschee.

UNO bietet Syrien Unterstützung beim Wiederaufbau an

Guterres erklärte, die UNO stehe Syrien in dieser entscheidenden Phase bei. Die Vereinten Nationen seien bereit, die politische Transition, die juristische Aufarbeitung der Assad-Ära, die Ausarbeitung einer neuen Verfassung sowie die Durchführung von „freien und fairen Wahlen“ zu unterstützen. Er appellierte an die internationale Gemeinschaft, alle Anstrengungen zur Hilfe für die syrische Bevölkerung zu unternehmen.

Während seines dreitägigen Aufenthalts plant Guterres zudem Treffen mit Vertretern der Zivilgesellschaft und Frauenrechtsorganisationen. Ein Besuch bei den seit 1974 in der Pufferzone auf den Golanhöhen stationierten UN-Friedenstruppen ist ebenfalls vorgesehen.

Millionen Menschen sind weiterhin auf humanitäre Hilfe angewiesen

Ban Ki Moon war 2009 der letzte UN-Generalsekretär, der Syrien besuchte. Zwei Jahre später begann der Bürgerkrieg, der über eine halbe Million Menschen das Leben kostete und große Teile der Infrastruktur zerstörte. Ende 2024 stürzte ein islamistisches Bündnis unter der Führung Ahmed al-Scharaas das Regime von Assad.

Nach Angaben der UNO sind seitdem etwa 1,9 Millionen Binnenvertriebene und 1,7 Millionen Flüchtlinge ins Land zurückgekehrt. Gleichzeitig sind noch rund 5,5 Millionen Menschen innerhalb Syriens vertrieben, weitere sechs Millionen leben im Ausland. Insgesamt benötigen etwa 15,6 Millionen Menschen weiterhin humanitäre Unterstützung.