Demokraten und Linke dominieren: Influencer mit eigener Partei ins zyprische Parlament eingezogen
In Zypern findet eine neue Parlamentswahl statt. Obwohl das Parlament nur begrenzte politische Befugnisse besitzt, spielt es für die kleine Mittelmeerinsel eine bedeutende Rolle. Der Kampf um die stärkste Partei bleibt äußerst eng, doch ein klarer Gewinner zeichnet sich bereits ab.
Die Parlamentswahlen in der EU-Inselrepublik Zypern versprechen ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Laut ersten Prognosen basierend auf Wählerbefragungen liegt die konservative Demokratische Gesamtbewegung (DISY) bei 22,5 bis 25,5 Prozent, berichtete der staatliche Sender RIK nach Schließung der Wahllokale. Die linke Partei AKEL wird mit 21,0 bis 24,0 Prozent eingeschätzt.
Die ultranationalistische Nationale Volksfront (ELAM) wird voraussichtlich als drittstärkste Kraft etwa elf Prozent erreichen. Außerdem schafft es die erstmals antretende Bewegung für direkte Demokratie des Influencers, populären Youtubers und politischen Quereinsteigers Fidias Panagiotou mit rund sechs Prozent ins Parlament. Bereits 2024 gelang ihm der Einzug ins Europaparlament. Mindestens vier weitere kleinere Parteien werden ebenfalls Einzug ins zyprische Parlament finden. Alle bedeutenden Parteien gelten als grundsätzlich proeuropäisch.
Verlässliche Hochrechnungen basierend auf ausgezählten Stimmen werden gegen 20.30 Uhr Ortszeit (19.30 Uhr MESZ) erwartet.
Die Wahl hat keine unmittelbaren Auswirkungen auf die Regierungsführung: Laut Verfassung liegt die politische Macht beim Staatsoberhaupt, das direkt vom Volk gewählt wird. Seit 2023 ist der konservative Präsident Nikos Christodoulidis im Amt und bildet sowie leitet die Regierung. Das Parlament nimmt vor allem eine Kontrollfunktion wahr. Daher wird die Wahl als wichtiges Stimmungsbarometer für die Präsidentschaftswahl 2028 angesehen.