1400 Kilometer von der Front entfernt: Drohnenangriff auf eine der größten Raffinerien Russlands
Seit mehreren Wochen führt die Ukraine im Rahmen ihres Verteidigungskampfes gezielte Angriffe auf Ölraffinerien in Russland durch. Diese Attacken haben im Land eine erhebliche Treibstoffkrise ausgelöst. Immer wieder gelingt es der ukrainischen Armee, Ziele weit entfernt von der Grenze zu treffen – zuletzt in Baschkortostan am Uralgebirge.
In der vergangenen Nacht griff die Ukraine zwei Ölraffinerien in Russland mit Drohnen an. Die Behörden aus den Regionen Baschkortostan, nahe dem Ural, sowie Krasnodar im Süden bestätigten die Angriffe.
„Es gibt mehrere Brandherde, die durch den Absturz von Drohnenteilen verursacht wurden“, berichtete der Gouverneur von Baschkortostan, Radij Chabirow, auf Telegram. Er sprach von einem groß angelegten Angriff auf das Industriegebiet in der Stadt Salawat. Nach seinen Angaben gab es keine Toten oder Verletzten. Die Feuerwehr ist weiterhin mit den Löscharbeiten beschäftigt. Medienberichten zufolge brachen die Brände in der Ölverarbeitungsanlage aus, zudem steht ein Öllager in Flammen. In sozialen Medien zeigen Fotos und Videos gewaltige schwarze Rauchwolken über dem Industriegebiet.
Salawat liegt mehr als 1400 Kilometer von der Frontlinie entfernt. Die Raffinerie, die zum Ölkonzern Gazpromneft gehört, zählt zu den größten in Russland und verarbeitet jährlich über sieben Millionen Tonnen Rohöl. Im September 2025 wurde die Anlage bereits zweimal angegriffen, arbeitete danach laut Chabirow jedoch störungsfrei weiter.
Unterdessen meldete der Krisenstab der südrussischen Region Krasnodar einen weiteren Drohnenangriff auf eine Raffinerie nahe der Ortschaft Afipskaja. Dort kam es ebenfalls zu einem Brand, wie der Stab auf seinem Telegram-Kanal berichtete. Genauere Angaben zu den Schäden liegen bisher nicht vor.
In den vergangenen Monaten hat die Ukraine ihre Drohnenangriffe auf russische Ölindustrieanlagen intensiviert. Dabei gelingt es immer wieder, Ziele tief im Hinterland, tausende Kilometer von der Ukraine entfernt, zu treffen. Die Auswirkungen sind deutlich spürbar: Die Ölverarbeitung befindet sich auf dem niedrigsten Stand seit über 20 Jahren. Viele Tankstellen sind leer oder geben Treibstoff nur eingeschränkt aus. Autofahrer müssen lange Wartezeiten in Kauf nehmen, um tanken zu können.