Terrorplan für Rumänien: Rechtsextremisten von Behörden festgenommen
In Deutschland haben Ermittler einen Rechtsextremisten festgenommen, der die Umgestaltung Rumäniens nach nationalsozialistischem Vorbild anstrebte. Dabei versuchte der 22-Jährige, Unterstützer für seine Pläne zu gewinnen und hatte dabei sehr konkrete Vorstellungen über deren Rolle.
Die Bundesanwaltschaft ließ in Baden-Württemberg einen rumänischen Staatsbürger festsetzen, der mutmaßlich die Gründung einer rechtsextremistischen Terrororganisation vorangetrieben hat. Ziel der Gruppierung war es, in Rumänien einen „Terrorkrieg“ auszulösen und „den Zusammenbruch des rumänischen Staates sowie die Errichtung eines neuen Staates nach nationalsozialistischem Modell herbeizuführen“, erklärte die Behörde in Karlsruhe.
Bereits Anfang 2023 habe der Beschuldigte versucht, diese rechtsextreme Vereinigung aufzubauen. „Zur Rekrutierung von Mitgliedern betrieb der Tatverdächtige von Deutschland aus über einen Messenger-Dienst zwei Kanäle“, so die Mitteilung weiter. Diese richteten sich besonders an junge Rumänen.
Der Verdächtige forderte seine Abonnenten und Mitglieder zu verschiedenen Straftaten auf – darunter das Anbringen von Graffitis mit rechtsextremen Symbolen, das Anstiften junger Mädchen zur Selbstverletzung, Brandanschläge auf Gebäude, die von Migranten oder der LGBTQ-Gemeinschaft genutzt werden, sowie die Tötung sogenannter ‚Untermenschen‘. Zudem veröffentlichte er Anleitungen zur Herstellung von Giftstoffen, Sprengmitteln sowie zum Bau von Molotow-Cocktails und Autobomben, teilte die Bundesanwaltschaft mit.
Belohnungssystem für Anschläge inspiriert von Gaming
Nach Angaben des SWR orientierte sich der Tatverdächtige bei der Anwerbung von Mittätern an der Gaming-Szene. So habe der 22-Jährige für verschiedene Anschlagsarten ein Punktesystem als Belohnung entwickelt.
Die Bundesanwaltschaft stuft den Rumänen als dringend verdächtig ein, als Anführer versucht zu haben, eine ausländische terroristische Vereinigung zu gründen. Zudem wird ihm die Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat vorgeworfen. Im Zeitraum der Taten war der Beschuldigte teilweise noch zwischen 18 und 20 Jahre alt.
Die Festnahme erfolgte im Enzkreis durch Polizeikräfte aus Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg. Anschließend wurde der Mann dem Ermittlungsrichter am Bundesgerichtshof in Karlsruhe vorgeführt, der den Haftbefehl erließ und vollstreckte. Der Verdächtige befindet sich nun in Untersuchungshaft.