Die Entlassung von Daryl Morey bringt die 76ers nicht den erhofften Aufschwung
Viel Erfolg für den nächsten Präsidenten der Philadelphia 76ers. Das Franchise hat hohe Erwartungen – vielleicht sogar zu hohe.
Die 76ers entließen am Dienstag General Manager Daryl Morey, behielten jedoch Cheftrainer Nick Nurse. Bob Myers, ehemaliger GM der Golden State Warriors und Architekt ihrer Dynastie in den 2010er Jahren, wird die Suche nach einem neuen Präsidenten leiten. Der Grund für die Entscheidung war klar: Unter Moreys sechsjähriger Amtszeit gewann das Team zu wenige Playoff-Spiele.
76ers-Besitzer Josh Harris erklärt die Entlassung von Daryl Morey
„Ich habe großen Respekt vor Daryl, sowohl persönlich als auch beruflich, und bin dankbar für seine Beiträge in den letzten sechs Jahren“, sagte Harris laut der Team-Website. „Nach Gesprächen mit Daryl waren wir uns einig, dass es Zeit für einen Neuanfang ist. Bob Myers wird den Prozess zur Suche eines neuen Führungsmitglieds leiten und ich bin überzeugt, dass seine Erfahrung beim Aufbau von vier NBA-Champion-Teams für unsere Organisation von großem Wert sein wird.
„An unsere Fans: Eure Frustration und Enttäuschung sind verständlich und gerechtfertigt. Wir sind weit hinter unseren eigenen Erwartungen zurückgeblieben und haben nicht das geliefert, was diese Stadt verdient. Das belastet mich sehr, und ich habe Vertrauen in Bob, einen zukunftsfähigen Weg für unser Franchise zu ebnen.“
Seit der Saison 2000-01, als der ehemalige Guard Allen Iverson MVP wurde, haben die 76ers die zweite Playoff-Runde nicht mehr überwunden. In dieser Postseason besiegten sie in Runde 1 die Boston Celtics, wurden aber in Runde 2 von den New York Knicks ausgefegt. Ist das Team überhaupt so aufgebaut, um weiter zu kommen?
Warum der nächste Präsident der 76ers vor großen Herausforderungen steht
Die 76ers stecken aufgrund vieler fragwürdiger Entscheidungen von Morey in einer schwierigen Gehaltsobergrenzen-Situation. Dazu gehört unter anderem die Verpflichtung des Flügelspielers Paul George (verbleibende zwei Jahre Vertrag) als Free Agent 2024 sowie die Vertragsverlängerung von Center Joel Embiid (drei verbleibende Jahre) im selben Jahr. Beide Verträge sind inzwischen eine finanzielle Belastung für das Franchise.
Embiid wird in der kommenden Saison mit 57,985 Millionen Dollar als Gehaltsbelastung veranschlagt, George mit 54,126 Millionen Dollar. Dies schränkt die finanzielle Flexibilität des Teams stark ein. Spotrac schätzt, dass Philadelphia in der nächsten Saison 71,825 Millionen Dollar über der Gehaltsobergrenze liegt und 39,209 Millionen Dollar im sogenannten Second Apron zur Verfügung hat.
Die 76ers könnten mit dem aktuellen Kader weitermachen, nachdem sie in dieser Saison eine Bilanz von 45-37 erreichten, doch Embiids Verletzungsprobleme könnten erneut zu einem frühen Playoff-Aus führen. Der Center bestritt in der regulären Saison nur 38 Spiele aufgrund von Knie-, Schienbein- und Rumpfverletzungen.
Ein möglicher Neuanfang könnte sich auf Guard Tyrese Maxey (28,3 Punkte pro Spiel in 2025-26, Rang 5 in der NBA) und den Rookies V.J. Edgecombe (16 Punkte pro Spiel in 2025-26, Rang 52 in der NBA) konzentrieren. Handelspartner für George und Embiid zu finden, wird jedoch eine große Herausforderung bleiben.
Die 76ers setzen offenbar darauf, dass die Entlassung von Morey das Team zurück in den Kreis der Titelanwärter katapultiert, doch mehr Geduld wäre ratsam. Sie sind nicht nur durch einen einzigen Schritt dem Gewinn der Larry O’Brien Trophy nähergekommen.