Ukraine-Hilfe: Europas Fokus im Militärbereich richtet sich verstärkt auf Drohnen
Eine Untersuchung von Wirtschaftsexperten zeigt eine grundlegende Veränderung in der Strategie der Waffenlieferungen. Die finanzielle Förderung für unbemannte Luftfahrtsysteme übertrifft bereits jetzt den Gesamtwert des Vorjahres.
Laut dem Kieler Institut für Weltwirtschaft gewinnen Drohnen in der europäischen Militärhilfe für die Ukraine zunehmend an Bedeutung. Die bestätigten bilateralen Militärhilfen für Drohnen erreichten in den ersten vier Monaten dieses Jahres rund 1,6 Milliarden Euro. Im gesamten Vorjahr lag dieser Wert bei 1,2 Milliarden Euro.
Diese Zahlen beziehen sich ausschließlich auf Gelder, die eindeutig europäischen Gebern zugeordnet werden konnten, so das Institut. „Das tatsächliche Volumen dürfte demnach noch höher sein.“ Im Jahr 2022, als Russland im Februar mit der Invasion in die Ukraine begann, betrug die bestätigte bilaterale Militärhilfe für Drohnen lediglich 400 Millionen Euro.
Im März und April dieses Jahres stellte Deutschland der Ukraine Militärhilfen im Wert von 4,2 Milliarden Euro zur Verfügung, „vor allem für Luftabwehrsysteme und Drohnen“, berichtete das Kieler Institut.
In diesem Zeitraum investierte die Bundesrepublik 500 Millionen Euro in den Erwerb von Drohnen, ebenso wie Norwegen. Die Niederlande steuerten 250 Millionen Euro bei. Das Vereinigte Königreich stellte mindestens 120.000 Drohnen bereit – „die größte Einzelzuweisung von Drohnen, die je angekündigt wurde“.
Das Kieler Institut für Weltwirtschaft erfasst und bewertet nach eigenen Angaben militärische, finanzielle und humanitäre Hilfen, die seit Anfang 2022 an die Ukraine zugesagt wurden. Insgesamt werden 41 Länder berücksichtigt. Die Daten stammen aus offiziellen Regierungsverlautbarungen und Berichten internationaler Medien.