Nach zwei tödlichen Vorfällen: US-Regierung drosselt Fahrzeugkontrollen durch ICE-Agenten
Die US-Einwanderungs- und Zollbehörde ICE steht erneut wegen rabiater Einsätze mit tödlichem Ausgang in der Kritik. Nachdem innerhalb kurzer Zeit zwei Männer bei Fahrzeugkontrollen erschossen wurden, reagiert eine republikanische Senatorin mit Druck – und erzielt Wirkung.
Die umstrittene ICE soll ihre Vorgehensweise nach den tödlichen Schüssen auf zwei Migranten ändern: Medien wie die „New York Times“ und CNN berichteten übereinstimmend, dass die US-Regierung angeordnet hat, vorerst auf die meisten Fahrzeugkontrollen zu verzichten. In den letzten Tagen hatten ICE-Mitarbeiter einen Mexikaner und einen Kolumbianer in ihren Fahrzeugen erschossen.
Die republikanische Senatorin Susan Collins aus Maine teilte auf X mit, sie habe nach dem jüngsten Vorfall mit dem Heimatschutzminister Markwayne Mullin gesprochen und ihn dringend gebeten, alle nicht dringend erforderlichen Fahrzeugkontrollen auszusetzen. Collins kandidiert bei den Kongresswahlen Anfang November für eine weitere Amtszeit.
Am Montag tötete ein ICE-Agent in Biddeford, Maine, einen Kolumbianer, der inzwischen als Joan Sebastian Guerrero identifiziert wurde. Laut ICE versuchte der Mann mit seinem Auto zu fliehen, woraufhin der Beamte seine Schusswaffe einsetzte, da er eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit sah. Der kolumbianische Präsident Gustavo Petro bezeichnete das Vorgehen der USA inzwischen als „Mord“.
Verwechslung führte zum tödlichen Schuss
Zuvor gab es Berichte, wonach es in Biddeford zu einer Verwechslung gekommen sei. Senator Angus King aus Maine bestätigte gegenüber CNN unter Berufung auf das US-Heimatschutzministerium, dass die getötete Person nicht die gesuchte war, und bestätigte damit Medienberichte.
Zwei Hilfsorganisationen, die sich in Maine für die Rechte von Migranten einsetzen, erklärten, der 26-Jährige habe eine gültige Aufenthaltserlaubnis in den USA besessen. Crystal Cron, Vorsitzende von Presente Maine, forderte, dass sein Tod nicht einfach als eine weitere Statistik abgetan werden dürfe.
Bereits am vergangenen Dienstag hatte ein ICE-Agent in Houston, Texas, bei einer Fahrzeugkontrolle einen Mexikaner erschossen, der später im Krankenhaus an seinen Verletzungen starb. Offiziell handelte der Beamte in „Notwehr“, da der Mann sein Fahrzeug als Waffe eingesetzt habe. Augenzeugen widersprachen jedoch dieser Darstellung.