China bestätigt Festnahme eines US-Bürgers wegen Spionage – nur Wochen nach Trumps Besuch
Anfang Juni wurde in der südwestchinesischen Stadt Kunming ein US-Bürger festgenommen. Die „New York Times“ berichtet, dass es sich bei dem Mann um einen Politikwissenschaftler handelt, der auch Beiträge für die Zeitung verfasste. Das Außenministerium in Peking gab nun Einzelheiten zu den Anschuldigungen bekannt.
Nur wenige Wochen nach dem Besuch von US-Präsident Donald Trump in Peking bestätigte China die Inhaftierung des US-Bürgers. Die zuständigen Behörden hätten gegen ihn wegen Spionageverdachts und Gefährdung der nationalen Sicherheit „strafrechtliche Zwangsmaßnahmen“ eingeleitet, erklärte Außenamtssprecher Lin Jian in Peking. Das US-Konsulat in Guangzhou wurde informiert, und die Rechte des Betroffenen würden gewahrt, so Lin weiter.
Zuvor hatte die „New York Times“ über den Vorfall berichtet. Demnach wurde der US-Bürger vergangene Woche in Kunming, der Hauptstadt der an Myanmar angrenzenden Provinz Yunnan, festgenommen. Ihm werde vorgeworfen, die nationale Sicherheit bedroht zu haben.
Wie die Zeitung weiter erklärt, ist der Mann Politikwissenschaftler und leitet eine Forschungsgruppe in Yangon, Myanmar. Zudem habe er Meinungsartikel für die „New York Times“ verfasst. Unabhängig von diesem Fall kündigte das chinesische Außenministerium einen viertägigen Staatsbesuch von Myanmars Präsident Min Aung Hlaing ab dem kommenden Montag an.
Mitte Mai war US-Präsident Trump zu Besuch in China. Im Vorfeld hatten Aktivisten gefordert, er solle die Fälle inhaftierter US-Bürger in der Volksrepublik ansprechen. Solche Fälle stehen bei Besuchen regelmäßig auf der Agenda. Im Jahr 2024 bezeichnete Jake Sullivan, damals nationaler Sicherheitsberater von Ex-Präsident Joe Biden, die Lösung dieser Fälle in Peking als „Top-Priorität“ der damaligen Regierung.
Im selben Jahr berichtete der China-Ausschuss des US-Kongresses unter Berufung auf John Kamm, Gründer der auf politische Gefangene in China spezialisierten US-Stiftung Dui Hua, von 200 in China inhaftierten US-Bürgern.
Ein bekannter Fall ist der der US-Bürgerin Dawn Michelle Hunt, die laut Dui Hua seit 2014 wegen einer Verwicklung in Drogenschmuggel in Haft sitzt – eine Verwicklung, die ihre Familie als unbeabsichtigt beschreibt. Ebenfalls mehr als zehn Jahre verbrachte der US-Amerikaner Nelson Wells Jr. wegen eines ähnlichen Falles im Gefängnis.