Anita Anand: NATO hat keine formelle Anfrage zur Sicherung der Straße von Hormus erhalten
Nach Aussage von Außenministerin Anita Anand wurde der NATO nach dem öffentlichen Aufruf von US-Präsident Donald Trump bislang keine formelle Bitte zur Sicherung der Straße von Hormus übermittelt, während der Öl-Schock infolge des Konflikts mit dem Iran anhält.
Am Montag forderte Trump die NATO-Mitglieder, darunter auch Kanada, sowie weitere Länder auf, die USA bei der Sicherung der Straße zu unterstützen. Diese Passage, die seit zwei Wochen vom Iran blockiert wird, ist für etwa 20 Prozent der weltweiten Ölversorgung von zentraler Bedeutung.
„Nach unserem Kenntnisstand wurde NATO keine Anfrage für die erbetene Unterstützung gestellt, und Kanada unterstützt als Gründungsmitglied weiterhin die Prinzipien der kollektiven Verteidigung“, erklärte sie.
„Es ist wichtig zu betonen, dass entsprechende Gespräche unter den NATO-Verbündeten bisher nicht stattgefunden haben.“
Am Montag sagte Trump, „zahlreiche Länder“ hätten ihm mitgeteilt, dass sie „auf dem Weg“ seien, um den USA bei der Straße von Hormus beizustehen.
„Wir fordern die anderen Nationen nachdrücklich dazu auf, sich schnell und mit großem Engagement an dieser Aufgabe zu beteiligen“, betonte er.
Anand bezeichnete es als „ratsam“, dass Trump sich auf die Grundsätze stützt, auf denen die NATO gegründet wurde, insbesondere auf die Prinzipien der kollektiven Verteidigung und Abschreckung, die von der NATO als Ganzes ausgelöst werden, nicht von einzelnen Mitgliedsstaaten.
Sie bekräftigte Kanadas Haltung, dass Ottawa vor den militärischen Aktionen der USA und Israels gegen den Iran nicht konsultiert wurde, und wies darauf hin, dass die Blockade der Straße von Hormus durch Teheran gegen internationales Recht verstoße.
In einem Interview mit der Financial Times am Sonntag warnte Trump, dass die NATO eine „sehr schlechte Zukunft“ bevorstehen würde, falls sie den USA nicht helfe.
„Es ist nur angemessen, dass diejenigen, die von der Straße profitieren, auch dafür sorgen, dass dort nichts Schlimmes passiert“, sagte Trump der Financial Times.
„Sollte es keine oder eine ablehnende Reaktion geben, wäre das sehr schlecht für die Zukunft der NATO.“
Die USA setzten den Iran „sehr hart unter Druck“, so Trump.
„Ihnen bleibt nichts anderes, als in der Straße von Hormus für Unruhe zu sorgen… Diese Länder profitieren davon und sollten uns bei der Überwachung unterstützen“, fügte er hinzu und nannte dabei auch China, das wegen seiner Energieabhängigkeit vom Öl aus der Straße von Hormus ebenfalls helfen sollte.