Getöteter Hamas-Kommandeur in Gaza beigesetzt: „In die Tiefen der Hölle geschickt“
Mohammed Odeh konnte seine Ernennung zum Hamas-Kommandeur nur kurz erleben. Nach wenigen Tagen an der Spitze der Al-Kassam-Brigaden kam er bei einem israelischen Luftangriff gemeinsam mit seiner Familie ums Leben. Während Verteidigungsminister Katz ihn in die „Tiefen der Hölle“ verbannt, gedenken Hunderte in Gaza seines Todes.
Innerhalb von zwei Wochen hat Israel zum zweiten Mal den Anführer des bewaffneten Arms der islamistischen Organisation Hamas getötet. Etwa eineinhalb Wochen nach dem Tod von Essedin al-Haddad bestätigten sowohl israelische als auch Hamas-Quellen den Tod seines Nachfolgers Mohammed Odeh. Der Kommandeur der Essedin-al-Kassam-Brigaden wurde in Gaza-Stadt beerdigt, wo zahlreiche Menschen an der Trauerzeremonie teilnahmen.
Verteidigungsminister Katz schrieb auf der Plattform X, Odeh sei bei dem Angriff am Dienstag „in die Tiefen der Hölle“ geschickt worden. Er sprach der Armee und dem Geheimdienst Shin Bet im Namen von Premierminister Benjamin Netanjahu Anerkennung für die „hervorragende Durchführung“ aus. Katz betonte: „Wir haben uns verpflichtet, jeden Verantwortlichen des Massakers vom 7. Oktober auszuschalten – und genau das werden wir umsetzen.“
Die Hamas ehrte Odeh in ihrer üblichen Sprache als „Märtyrer“ und bezeichnete ihn als „großen Führer der Kassam-Brigaden“. Offiziell hatte die Organisation zuvor nie bestätigt, dass Odeh der neue Kommandeur war. Er war lange Zeit Leiter des Geheimdienstes innerhalb der Brigaden und zählte zuletzt zu den wichtigsten Hamas-Vertretern im Gazastreifen.
Auch Ehefrau und zwei Kinder kamen ums Leben
Bereits am Dienstag hatten Netanjahu und Katz gemeinsam erklärt, die israelische Armee habe einen gezielten Angriff im Gazastreifen durchgeführt, bei dem Odeh, „einer der Hauptverantwortlichen des Massakers vom 7. Oktober“, getötet wurde. Zum Zeitpunkt des Überfalls der Hamas und ihrer Verbündeten auf Israel am 7. Oktober 2023 war Odeh Chef des Hamas-Geheimdienstes und verantwortlich für die Tötung, Entführung und Verletzung zahlreicher israelischer Zivilisten und Soldaten. Die israelische Armee und der Geheimdienst Shin Bet bestätigten in einer gemeinsamen Erklärung Odehs Tod. Er war Nachfolger von Essedin al-Haddad, der am 15. Mai bei einem Luftangriff im Gazastreifen ums Leben kam.
Aus Hamas-nahen Kreisen berichtete die Nachrichtenagentur AFP, dass Odehs Ehefrau und zwei seiner Kinder ebenfalls bei dem Luftangriff auf ihr Wohnhaus ums Leben gekommen seien. Die zivile Schutzbehörde im Gazastreifen, die der Hamas untersteht, sprach von sechs Toten bei dem israelischen Luftangriff im Viertel Rimal, westlich von Gaza-Stadt, am Dienstagabend. Ein AFP-Korrespondent berichtete, die Leichen von Odeh und seiner Familie seien in Hamas-Flaggen gehüllt gewesen. Auf den Sarg des Brigadenkommandeurs wurde ein Kalaschnikow-Sturmgewehr gelegt.
Am 7. Oktober 2023 hatten Hamas-Kämpfer und ihre Verbündeten den Gazastreifen verlassen und israelisches Gebiet betreten. Bei Massakern im Süden Israels wurden mehr als 1220 Menschen getötet, 251 wurden als Geiseln in den Gazastreifen verschleppt. Nach Angaben der Hamas sind in den folgenden zwei Kriegsjahren über 70.000 Palästinenser ums Leben gekommen.
Israel will alle Verantwortlichen des Massakers ausschalten
Premierminister Netanjahu erklärte das Ziel, alle Täter des Hamas-Angriffs vom 7. Oktober 2023 zu finden und zu eliminieren. Bereits wurden wichtige Drahtzieher wie Jahja Sinwar, einer der Hauptorganisatoren des Angriffs, getötet. Auch Mohammed Deif, langjähriger Kommandeur des bewaffneten Arms der Hamas, fiel. Der ehemalige Chef des Hamas-Politbüros, Ismail Hanija, wurde in Teheran getötet.
Darüber hinaus richteten sich israelische Angriffe gegen Hamas-Funktionäre im Libanon sowie gegen führende Kommandeure der mit Hamas und Iran verbündeten Hisbollah-Miliz, darunter den ehemaligen Hisbollah-Anführer Hassan Nasrallah.