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Anhaltende Rissbildung: Keine Hinweise auf Vandalismus bei Trumps gescheiterter Pool-Sanierung

Angebliche Risse immer länger: Keine Beweise für Vandalismus bei Trumps gescheiterter Pool-Renovierung

Die Debatte um die Sanierung des bekannten Wasserbeckens in Washington gewinnt zunehmend an Absurdität. Die Trump-Administration macht vermeintliche „linke Aktivisten“ für den schlechten Zustand des Reflecting Pools verantwortlich und ließ das Umfeld absperren. Auch Naturschutzorganisationen zeigen sich besorgt.

Während US-Präsident Donald Trump weiterhin behauptet, „Vandalen“ hätten nachts mit „Messern“ am Pool Schaden angerichtet, fehlen seiner Regierung jegliche Belege für diese Anschuldigungen. Laut einem Bericht der „New York Times“ legen interne Dokumente der Regierung nahe, dass zwei entdeckte Risse im Reflecting Pool nicht unmittelbar mit der abblätternden Farbe am Beckenboden oder den Algenwachstum zusammenhängen, die das Becken in ein trübes Gewässer verwandelt hatten.

Die genaue Ursache der Schäden ist nach wie vor ungeklärt. Obwohl ein Bericht der US-Parkpolizei vom 9. Juni die Risse als „Schnitte mit einer Rasierklinge“ beschreibt, die sich über einen etwa sechs Meter langen Abschnitt des Schaumpolsters ziehen sollen, hat die Regierung bislang keine stichhaltigen Beweise für diese Darstellung vorgelegt, so die Zeitung. Trump hatte in den letzten Tagen zunächst von einem 75 Meter, später von 90 und schließlich von mehr als 100 Meter langen Rissen gesprochen, die angeblich mit „sehr scharfen Messern“ oder „Rasierklingen“ verursacht worden seien.

Die US-Regierung verstärkte ihre Vandalismus-Behauptungen so weit, dass Angehörige der Nationalgarde und der Parkpolizei rund um den Reflecting Pool patrouillierten. Laut der Nachrichtenagentur AP wurden am späten Dienstagabend (Ortszeit) Arbeiter dabei beobachtet, wie sie den Bereich um das Wasserbecken einzäunten. Eine Sprecherin des Innenministeriums erklärte, die Umzäunung sei bereits vor dem 4. Juli geplant gewesen.

„Aufgrund der zunehmenden Vandalismusvorfälle durch linke Aktivisten wird die Absperrung nun früher als geplant errichtet, um die historische Stätte vor weiteren Schäden zu schützen“, sagte Sprecherin Katie Martin. Belege für ihre politischen Anschuldigungen blieben aus.

Die Auseinandersetzung um das laut US-Medien für 16,4 Millionen Dollar sanierte Becken ruft inzwischen auch Naturschützer auf den Plan. Eine Umweltorganisation forderte den „U.S. Fish and Wildlife Service“ zu Untersuchungen auf, nachdem ein totes Entenküken auf der Wasseroberfläche entdeckt und zwei weitere tote Enten in der Nähe des Reflecting Pools gefunden wurden.

Das Becken und seine Renovierung entwickeln sich zunehmend zu einer dauerhaften Farce: Seit seiner Eröffnung 1922 färben Algen regelmäßig das Wasser grün. Trump reagierte vor den Feierlichkeiten zum 250. Jubiläum der USA am 4. Juli verärgert, ließ das Becken entleeren und den grauen Boden mit blauer Poolfarbe im Stil der amerikanischen Flagge streichen.

Als das Wasser am 4. Juni wieder eingelassen wurde, verkündete das Weiße Haus, Washington sehe „besser aus als je zuvor“. Doch die Algen kehrten schnell zurück und die blaue Farbe begann an mehreren Stellen erneut abzublättern. Kritiker bemängeln, dass bei der Sanierung wichtige Schritte ausgelassen wurden.

Die Sanierung sorgt auch politisch für Kontroversen. US-Medien berichteten, dass Aufträge ohne Ausschreibung an ausgewählte Firmen vergeben wurden. Trump weist jegliche Verantwortung zurück und liefert seit dem vergangenen Wochenende immer widersprüchlichere Erklärungen zum Zustand des Pools.

Der Reflecting Pool ist ein ikonisches Wahrzeichen Washingtons und ein beliebtes Fotomotiv, in dem sich das Lincoln-Denkmal und der Obelisk zu Ehren des ersten US-Präsidenten George Washington spiegeln.