Ukraine-Krieg: Selenskyj bittet Trump um zusätzliche Patriot-Raketen
Im Kampf gegen die russischen Angriffe mangelt es der Ukraine an Munition für das Luftabwehrsystem Patriot. Präsident Selenskyj hat sich daher mit einer Bitte um Nachschub direkt an US-Präsident Trump gewandt. Doch das Bedürfnis nach den Raketen beschränkt sich nicht nur auf Kiew.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die Vereinigten Staaten um zusätzliche Munition für das US-amerikanische Patriot-Luftabwehrsystem gebeten, um sich gegen russische Raketenangriffe besser schützen zu können. Wie aus einem AFP-Bericht hervorgeht, forderte Selenskyj in einem Schreiben an US-Präsident Donald Trump die US-Regierung auf, „uns bei der Sicherung dieses lebenswichtigen Schutzmittels gegen den russischen Terror zu unterstützen“. Konkret bittet Selenskyj in seinem Brief um „Patriot-Raketen des Typs PAC-3 sowie weitere Systeme“. Ziel sei es, „russische ballistische Raketen und andere Raketenangriffe aus Russland abzuwehren“.
Obwohl sich die Ukraine im Verlauf des seit mehr als vier Jahren andauernden russischen Angriffskriegs vor allem auf Drohnenabwehr spezialisiert hat, fehlt dem Land dringend die teure PAC-3-Munition aus den USA, die für die Verteidigung gegen Luftangriffe unverzichtbar ist. Kiew befürchtet, dass sich die Engpässe verschärfen könnten, falls der Konflikt mit dem Iran länger andauert.
Das PAC-3-System wurde speziell zur Abwehr taktischer ballistischer Raketen konzipiert und ist laut US-Militär in der Lage, solche Bedrohungen in einem Radius von 20 bis 35 Kilometern zu neutralisieren.
Ukraine steht im Wettbewerb mit Golfstaaten
Ein ranghoher Vertreter der ukrainischen Präsidialverwaltung äußerte unabhängig von Selenskyjs Brief, dass die Beschaffung von Munition für moderne Luftabwehrsysteme „kompliziert“ sei. Derzeit sei es „sehr schwierig, Raketen zu erhalten, da zahlreiche Bestellungen aus der Golfregion und ähnlichen Gebieten vorliegen“, erklärte er. Auch die Lieferungen über den sogenannten Purl-Mechanismus, über den NATO-Staaten und ihre Partner Waffen für die Ukraine in den USA erwerben können, verzögerten sich.
Am Pfingstwochenende hatte die russische Armee die Ukraine, insbesondere die Hauptstadt Kiew, mit einem massiven Drohnen- und Raketenangriff überzogen. Dabei kam auch die Hyperschallrakete Oreschnik zum Einsatz, die nach Angaben aus Moskau mit Atomsprengköpfen bestückt werden kann. Nur wenige Tage zuvor hatte Russland Kiew mit einem der heftigsten Angriffe mit Drohnen und Raketen seit Beginn des Kriegs vor mehr als vier Jahren getroffen.
Die Pfingstangriffe erfolgten, nachdem Russland der Ukraine vorgeworfen hatte, eine Berufsschule in der von Russland kontrollierten Region Luhansk angegriffen und dabei 21 Menschen getötet zu haben. Daraufhin ordnete der russische Präsident Wladimir Putin Vergeltungsmaßnahmen an.
Am Montag kündigte Russland weitere „systematische“ Angriffe auf Kiew an. Ausländer und Diplomaten wurden aufgefordert, die ukrainische Hauptstadt zu verlassen. Das russische Außenministerium erklärte: „Die Angriffe werden sowohl auf Entscheidungszentren als auch auf Kommandoposten abzielen.“ Zudem warnte es ausländische Bürger, darunter auch Mitarbeiter diplomatischer Vertretungen und internationaler Organisationen. Diese Drohungen stießen international auf scharfe Kritik.