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Verfassungsschutz meldet: Moldauer soll deutsche Rüstungsfirma mit Drohne ausspioniert haben

Verfassungsschutz warnt: Mann aus Moldau soll Rüstungsfirma mit Drohne ausspioniert haben

Eine Drohne wurde über dem Gelände eines deutschen Rüstungsunternehmens entdeckt. Daraufhin nahm die Polizei in München einen Mann aus Moldau fest. Ein Gericht ordnete wegen Spionageverdachts Haft an.

In München wurde ein 37-jähriger Moldauer unter dem Verdacht der Spionage festgenommen. Laut Angaben der Generalstaatsanwaltschaft München soll er eine Drohne über das Areal eines deutschen Rüstungsbetriebs gesteuert haben. Es besteht der Verdacht, dass er sicherheitsrelevante Fotos und Videos zu Verteidigungsangelegenheiten erstellte, um diese an eine ausländische Organisation oder eine verbotene Gruppierung weiterzuleiten.

Die Drohne wurde demnach am Mittwochabend eingesetzt. Aufgrund von Hinweisen aus der Bevölkerung wurde der Tatverdächtige kurz darauf im Umfeld des mutmaßlichen Tatorts vorläufig festgenommen, so die Generalstaatsanwaltschaft. Ein Ermittlungsrichter am Amtsgericht erließ einen Haftbefehl wegen Spionageverdachts. Der Beschuldigte befindet sich seither in Untersuchungshaft. Aus ermittlungstaktischen Gründen wurden keine weiteren Details veröffentlicht.

Bereits im Juni hatte das Bundesamt für Verfassungsschutz deutsche Unternehmen vor der zunehmenden Gefahr durch den Einsatz von Drohnen für gezielte Spionage- und Sabotageakte gewarnt. Die Drohnentechnologie entwickle sich mit „hoher Geschwindigkeit“ weiter, erklärte die Behörde. Drohnen werden immer kleiner, unauffälliger und präziser. Die Kameras verfügen über zunehmend hochauflösende Sensoren, während Künstliche Intelligenz (KI) zusätzliche Möglichkeiten, etwa bei der Bildanalyse, erschließe.

Kein Einzelfall

Der Verfassungsschutz betont, dass ausländische Geheimdienste besonderes Interesse an militärischen Einrichtungen, Logistikwegen, Gewerbe- und Industriegebieten sowie sogenannten kritischen Infrastrukturen wie Energieversorgung, Wassernetze und Kommunikationssysteme haben.

In den letzten Monaten wurden mehrfach mutmaßliche Spione festgenommen. Im Mai beispielsweise nahm die Bundesanwaltschaft ein Ehepaar fest, das für China spioniert haben soll. Die beiden sollen Informationen über militärisch relevante Technologien gesammelt haben. Sie sollen für einen chinesischen Geheimdienst aus den Bereichen Luft- und Raumfahrt sowie Künstliche Intelligenz Daten beschafft haben.

Zuvor wurden mehrere mutmaßliche russische Spione enttarnt, unter anderem Ende April in Berlin. Ein Kasache soll einem russischen Geheimdienst Informationen zur deutschen Rüstungsindustrie weitergegeben haben, insbesondere zu Firmen, die Drohnen und Roboter entwickeln.

Ende März wurde in Nordrhein-Westfalen ein Ukrainer festgenommen, der einen Mann ausspioniert haben soll, der für die Ukraine im Konflikt mit Russland kämpft. Kurz zuvor wurde ebenfalls in Nordrhein-Westfalen eine Rumänin festgenommen, die zusammen mit einem Komplizen im Auftrag Russlands einen Unternehmer in Deutschland observiert haben soll. Der mutmaßliche Komplize, ein Ukrainer, floh nach Spanien, wo er festgenommen wurde.

Bereits im Januar wurde eine Deutschukrainerin festgenommen, die über Jahre hinweg für Russland spioniert haben soll. Ihr wird vorgeworfen, Hintergrundinformationen über Teilnehmer hochrangiger politischer Veranstaltungen gesammelt zu haben. Zudem soll sie Informationen über Standorte der Rüstungsindustrie, Drohnentests und geplante Lieferungen von Drohnen an die Ukraine beschafft haben, wie die Bundesanwaltschaft nach der Festnahme mitteilte.