Deutlicher Rückgang bei Asylbewerbern in Deutschland verzeichnet
Im Vergleich zum Vorjahr ist die Anzahl der Asylsuchenden in Deutschland um über ein Drittel gesunken. Dieser Rückgang ist nicht nur auf eine geringere Anzahl Schutzsuchender zurückzuführen, sondern auch auf strengere Kontrollen an den deutschen Grenzen.
In der ersten Jahreshälfte haben deutlich weniger Personen einen Asylantrag gestellt als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Nach Angaben des Bundesinnenministeriums beantragten in den ersten sechs Monaten dieses Jahres 39.646 Menschen erstmals Schutz in Deutschland. Zum Vergleich: Im ersten Halbjahr des vergangenen Jahres verzeichnete das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) 61.336 Erstanträge, was einem Rückgang von 35 Prozent entspricht. Damals waren die Zahlen etwa halb so hoch wie im ersten Halbjahr 2024, als rund 121.000 Erstanträge eingingen.
Am 12. Juni wurde die europäische Asylreform wirksam, deren Verhandlungen sich über Jahre erstreckten. Die EU-Mitgliedstaaten einigten sich in den letzten Monaten zudem auf zusätzliche strengere Vorschriften. Dazu gehört unter anderem, dass EU-Länder Asylsuchende einfacher in Drittstaaten abschieben können, zu denen diese keine Verbindungen haben.
Zurückweisungen an deutschen Grenzen seit Mai 2025
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt ordnete nach seinem Amtsantritt im April 2025 eine Verschärfung der Grenzkontrollen an, obwohl solche Kontrollen im Schengen-Raum eigentlich nicht vorgesehen sind. Darüber hinaus wurde die Bundespolizei angewiesen, Asylbewerber abzuweisen – mit Ausnahme von Kranken, Schwangeren und Personen mit besonderem Schutzbedarf.
Dem Ministerium zufolge wurden im ersten Halbjahr dieses Jahres 14.270 Personen an den deutschen Grenzen zurückgewiesen oder zurückgeschoben. Im gleichen Zeitraum wurden außerdem 494 mutmaßliche Schleuser festgenommen. Die Polizei registrierte zudem 4.074 Personen, gegen die ein offener Haftbefehl bestand.