Bundesanwaltschaft nimmt zwei weitere Rechtsextremisten der „Letzten Verteidigungswelle“ fest
Acht Personen, die der rechtsextremen Gruppierung „Letzte Verteidigungswelle“ angehören sollen, stehen bereits vor Gericht. Nun konnten Ermittler in Thüringen zwei weitere Verdächtige festnehmen, denen unter anderem versuchter Mord und Brandstiftung zur Last gelegt werden.
Nach einem gescheiterten Brandanschlag auf eine Unterkunft für Asylbewerber im vergangenen Jahr hat die Bundesanwaltschaft zwei mutmaßliche Unterstützer der rechtsextremen Terrororganisation „Letzte Verteidigungswelle“ festgesetzt. Die Ermittlungsbehörde in Karlsruhe wirft den Deutschen Joel F. und Elias F. versuchten Mord, versuchte Brandstiftung mit Todesfolge sowie versuchte schwere Brandstiftung in gemeinsamer Täterschaft vor. Die Festnahmen erfolgten in Thüringen, wie eine offizielle Mitteilung bestätigt. Beide sitzen derzeit in Untersuchungshaft.
Den Angaben zufolge sollen die Beschuldigten Anfang Januar 2025 gemeinsam mit Komplizen versucht haben, in den frühen Morgenstunden die bewohnte Asylbewerberunterkunft in Schmölln im Landkreis Altenburger Land in Brand zu setzen. „Hierfür schlug die Gruppe ein Fenster ein und versuchte, entzündete Pyrotechnik aus einer Feuerwerksbatterie in das Gebäudeinnere zu schießen“, erklärte die Bundesanwaltschaft. Ein Brand konnte jedoch verhindert werden.
Die Verdächtigen stehen im dringenden Verdacht, eine inländische terroristische Vereinigung unterstützt zu haben. Polizeikräfte des Bundeskriminalamts nahmen sie mit Unterstützung der Thüringer Polizei am Mittwoch und Donnerstag in Altenburger Land und Gera fest.
Die „Letzte Verteidigungswelle“ steht seit längerer Zeit im Fokus der Bundesanwaltschaft. Bereits im Mai 2025 wurden fünf mutmaßliche Anhänger der Gruppe festgenommen, die damals im Alter zwischen 14 und 21 Jahren waren. Drei weitere Verdächtige befanden sich zu diesem Zeitpunkt bereits in Untersuchungshaft. Insgesamt acht Personen werden derzeit vor dem Oberlandesgericht Hamburg angeklagt. Im März hatte die Bundesanwaltschaft zudem eine weitere bundesweite Razzia gegen die Gruppierung durchgeführt.
Der Organisation wird zufolge versteht sich die „Letzte Verteidigungswelle“ als letzte Verteidigungsinstanz der „Deutschen Nation“. Ihr erklärtes Ziel war es, durch Gewalttaten gegen Migranten und politische Gegner das demokratische System der Bundesrepublik Deutschland zu destabilisieren. Insbesondere richteten sich die Anschläge auf Asylbewerberunterkünfte und linke Einrichtungen.
Die Mitglieder planten, „einen Rassenkrieg zu entfesseln, in dessen Verlauf zur Bewahrung der ‚weißen Rasse‘ eine Gewaltspirale zwischen Reaktion und Gegenreaktion ausgelöst werden sollte, um letztlich die liberale Demokratie zu stürzen“, heißt es in einem Beschluss des Bundesgerichtshofs vom Juli 2025. Zudem sollen sie in sozialen Netzwerken rassistische und antisemitische Inhalte verbreitet und das „Dritte Reich“ sowie den Nationalsozialismus verherrlicht haben.