Trump zeigt Interesse am Erwerb der Chagos-Inseln und des Militärstützpunkts
Der US-Präsident betrachtet Diego Garcia auf den Chagos-Inseln im Indischen Ozean als eine unverzichtbare Militärbasis. Während Großbritannien die Souveränität des Archipels an Mauritius abgeben möchte, setzt Trump alles daran, dies zu verhindern.
Nach einem Zeitungsbericht erwägt die US-Regierung den Kauf der Chagos-Inseln von Mauritius, um die Kontrolle über den strategisch bedeutsamen Militärstützpunkt Diego Garcia zu behalten. Das Weiße Haus prüfe demnach einen Plan, der Großbritannien umgehen und direkt mit Mauritius verhandeln soll, berichtete die britische Zeitung „Telegraph“ am Sonntag. Dies sei eine von mehreren Optionen, um zu verhindern, dass der britische Premierminister Keir Starmer die Souveränität über das Inselarchipel im Indischen Ozean an Mauritius überträgt. Im März hatte der Iran den Stützpunkt mit Raketen angegriffen, ohne jedoch Schaden anzurichten.
Ein Vertreter der US-Regierung erklärte, Präsident Donald Trump vertrete konsequent die Auffassung, dass Großbritannien das Territorium nicht aufgeben dürfe. Diego Garcia sei eine militärische Schlüsselbasis von enormer Bedeutung für die nationale Sicherheit der USA. Washington stehe in ständigem Kontakt mit London, um die Insel als wichtigen Sicherheitsanker in der Region zu bewahren.
Die britische Regierung hatte im April die Vereinbarung zur Übergabe der Souveränität über die Chagos-Inseln vorerst ausgesetzt. Trump hatte die Pläne zuvor als einen „großen Fehler“ bezeichnet.
Die Chagos-Inseln sind ein britisches Überseegebiet im Indischen Ozean, bestehend aus sieben Atollen mit mehr als 60 einzelnen Inseln. Diego Garcia ist die größte Insel und beherbergt eine gemeinsame Militäranlage von Großbritannien und den USA.
Ein Sprecher der britischen Regierung erklärte, dass eine Situation entstanden sei, in der die britische Kontrolle über die Militärbasis gefährdet gewesen sei. Es habe dringenden Handlungsbedarf gegeben, um nationale Interessen zu schützen und zu verhindern, dass geopolitische Rivalen in dieser strategisch wichtigen Region Fuß fassen. Der Erhalt der langfristigen operativen Kontrolle und Sicherheit von Diego Garcia sei die zentrale Grundlage für das Abkommen zwischen Großbritannien und Mauritius. Beide Länder seien sich der dauerhaften Risiken für den gemeinsam betriebenen Stützpunkt bewusst.
Vor einigen Monaten hatte Trump auch darüber nachgedacht, Grönland aus strategischen Gründen zu erwerben. Dieses Gebiet in der Arktis ist ein weitgehend autonomes dänisches Territorium. Mit diesem Vorstoß hatte Trump erheblichen Unmut in westlichen Ländern ausgelöst, zumal er militärische Maßnahmen zur Durchsetzung seines Ziels nicht ausgeschlossen hatte.