Karl-Anthony Towns: Die Knicks-Ikone als neuer Spielmacher
Im Großteil der Saison 2025-26 hatte Karl-Anthony Towns Schwierigkeiten, sich an den passintensiven, gleichberechtigten Offensivstil seines neuen Trainers zu gewöhnen. Doch während der sieben Spiele andauernden Playoff-Siegesserie der New York Knicks läuft Coach Mike Browns Offense auf Hochtouren, und Towns nimmt eine völlig neue Rolle an: die des Spielmachers.
Towns hat in seiner NBA-Karriere bisher sechs Mal in einem Playoff-Spiel sechs oder mehr Assists verteilt – und alle diese Leistungen stammen aus den letzten zwei Wochen. Im vierten Spiel stand er nur 19 Minuten auf dem Feld, verteilte aber 10 Assists und erzielte 17 Punkte, als die Knicks die Philadelphia 76ers mit 144-114 in einem Sweep besiegten.
Karl-Anthony Towns: Ein Alptraum für gegnerische Verteidiger
Towns gehört zu den besten sieben Fuß großen Schützen in der NBA-Geschichte. Mit 30 Jahren hat er bereits 1.230 Dreipunktwürfe versenkt – mehr als jeder andere Center – und das bei einer Quote von 39,7 Prozent. Diese Fähigkeit verändert die Spielraumverteilung auf dem Feld, da gegnerische Big Men nicht gleichzeitig Towns an der Dreipunktlinie verteidigen und den Korb absichern können.
Die Knicks nutzen Towns‘ Anziehungskraft als Schütze sowie seine Stärke im Post, um die Verteidigung der Gegner in den Playoffs zu verwirren. Anstatt Towns im Post zu bearbeiten, positionieren sie ihren All-Star häufig jenseits der Dreipunktlinie, wo er erfolgreich Mitspieler in den Schnittstellen findet. Wenn Towns selbst zum Korb zieht und Doppelverteidigungen ausgeführt werden, behält er den Überblick und findet den frei stehenden Mitspieler.
Diese Anpassungen sorgen für mehr Variabilität in der Knicks-Offense. Zwar sind Towns‘ persönliche Punkte leicht gesunken, doch das Team erzielt mehr Treffer – die Knicks haben ihre Dreipunktquote in dieser Saison um 13 Prozent gesteigert.
Weniger Körperkontakt – weniger Foulprobleme für Karl-Anthony Towns
Indem Towns verstärkt als Passgeber agiert, wird eine seiner größten Schwächen in den Playoffs entschärft: die Foulproblematik.
Selbst bei dem deutlichen Sieg gegen die 76ers im vierten Spiel kassierte Towns in nur 20 Minuten fünf Fouls, teils durch unkluge Entscheidungen. In vier seiner zehn Playoff-Spiele hat er bereits fünf Fouls begangen. Oft ist Towns selbst der einzige Spieler, der ihn durch Fouls wie illegale Blocks oder unüberlegte Reichweiten am Offensivspiel hindert.
Wenn Towns seine Passmöglichkeiten konsequent nutzt, begeht er deutlich seltener Offensivfouls, als wenn er sich unter dem Korb im Zweikampf befindet. Zwar muss er noch an seiner Disziplin arbeiten, doch als Spielmacher kann er mehr Raum nutzen, anstatt sich im Kampf um Positionen zu verausgaben.
In den Playoffs liegt Towns‘ Schnitt bei 6,6 Assists pro Spiel und sogar bei 7,5 in Knicks-Siegen. Sein bisheriger Rekord in der Postseason lag bei 2,6 Assists. Je mehr er verteilt, desto erfolgreicher sind die Knicks.
Dank des Sweeps haben die Knicks nun viel Zeit, um vor den Eastern Conference Finals neue taktische Varianten zu entwickeln. Die Chancen, dass Towns noch mehr Spielmacher-Verantwortung erhält, stehen gut.