Jeff Bezos will sich der Gruppe amerikanischer Milliardäre anschließen, die Premier-League-Clubs erwerben
Der Liverpool FC könnte vor einem neuen Kapitel stehen, nachdem die Eigentümer Fenway Sports Group angekündigt haben, den Verkauf einer „bedeutenden Minderheitsbeteiligung“ von etwa 30 % an eine Investmentgruppe unter Leitung des britisch-indischen Geschäftsmanns Amit Bhatia zu prüfen.
Zum Konsortium gehört auch Bhatias Schwiegervater Lakshmi Mittal, Vorsitzender von ArcelorMittal, dem weltweit größten Stahl- und Bergbauunternehmen.
FSG bestätigte gegenüber der Financial Times: „Ein von Amit Bhatia geführtes, verwaltetes und vertretenes Investorenkonsortium hat Interesse bekundet, eine strategische Minderheitsbeteiligung am Liverpool Football Club zu erwerben.“
Bhatia ist im englischen Fußball kein Unbekannter – er war Miteigentümer bei Queens Park Rangers und von 2018 bis 2023 Club-Vorsitzender.
Laut Sky News ist nun ein weiterer Name ins Spiel gekommen – Jeff Bezos.
Der Amazon-Gründer hat sich zwar noch nicht zu einer Investition verpflichtet, prüft jedoch offenbar die Möglichkeit, dem Konsortium beizutreten.
Sollte der Deal zu den aktuell diskutierten Zahlen zustande kommen, würde die Bewertung von Liverpool über 6 Milliarden US-Dollar liegen – ein beeindruckender Sprung von den rund 300 Millionen Pfund (etwa 390 Millionen US-Dollar), die FSG 2010 zahlte, als sie den Klub von den amerikanischen Besitzern Tom Hicks und George Gillett übernahmen.
Liverpool: Ein Klub im Wandel
Die mögliche Investition fällt in eine Phase großer Veränderungen bei Liverpool. Der Klub hat kürzlich einen neuen Trainer verpflichtet, Andoni Iraola, dessen Vertrag bis 2028 läuft. Gleichzeitig verabschiedete sich Michael Edwards Anfang Juli im Rahmen eines „geplanten Übergangs“ von seiner Position als CEO Fußball.
Edwards’ Abgang erfolgt zu einem kritischen Zeitpunkt für die Reds, die vor einem umfangreichen Neuaufbau stehen. Insgesamt laufen im kommenden Sommer die Verträge von 11 Spielern aus dem Kader aus. Darunter sind zwar einige Reservespieler, aber auch Stammkräfte wie Alisson, Curtis Jones, Konstantinos Tsimikas und Kapitän Virgil van Dijk.
Einige könnten verlängert werden, doch viele werden voraussichtlich den Klub verlassen und müssen ersetzt werden. Langfristig wird Edwards’ dauerhafter Nachfolger (FSG-Präsident Mike Gordon übernimmt interimistisch) entscheiden müssen, ob Spieler mit auslaufenden Verträgen 2028 – Alexis Mac Allister und Rio Ngumoha – neue Verträge erhalten oder verkauft werden.
Auch Sportdirektor Richard Hughes könnte bald gehen. Er soll ein Angebot vom saudischen Pro-League-Club Al-Hilal vorliegen haben.
Bisher hat Liverpool für die kommende Saison zwei Neuzugänge verpflichtet: Innenverteidiger Jérémy Jacquet und Flügelspieler Víctor Muñoz. Iraola hofft, Ersatz für Mohamed Salah und Andy Robertson zu finden, die beide im letzten Monat ablösefrei wechselten.
Nach einer enttäuschenden Saison, in der Liverpool als Titelverteidiger leer ausging und sich nur knapp für die diesjährige Champions League qualifizierte, wäre eine finanzielle Verstärkung sehr willkommen.
Warum Bezos’ Interesse von Bedeutung ist
Selbst wenn Bezos letztlich nicht investiert, verdeutlicht sein Engagement den enormen Wert der Premier-League-Clubs. Liverpool zählt bereits zu den kommerziell stärksten Teams weltweit, und eine Bewertung von über 6 Milliarden US-Dollar würde den Klub zu einem der wertvollsten Sportfranchises weltweit machen.
Die nächsten Schritte hängen von den Verhandlungen zwischen FSG und dem Konsortium um Bhatia ab – sowie davon, ob Bezos sich formell der Gruppe anschließt.