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Atomare Aufrüstung?: USA und Saudi-Arabien schließen Atomabkommen

Nukleares Wettrüsten?: USA und Saudi-Arabien besiegeln Atom-Deal

Im Streit mit dem Iran stärken die USA ihren regionalen Verbündeten: Die Trump-Regierung vereinbart mit Saudi-Arabien Unterstützung beim Aufbau eines zivilen Atomprogramms. Energieminister Wright unterstreicht, dass das Abkommen eine nukleare Bewaffnung Riads ausschließt.

Die US-Regierung unter Präsident Donald Trump plant, Saudi-Arabien beim Aufbau eines zivilen Atomprogramms zu fördern. Die Energieminister beider Staaten, Chris Wright und Abdulasis bin Salman, unterzeichneten in Washington eine entsprechende Vereinbarung, wie das US-Energieministerium mitteilte. Details zum Abkommen wurden bislang nicht veröffentlicht.

Zusätzlich wurde eine Vereinbarung zu begleitenden Sicherheitsmaßnahmen getroffen, um eine rechtliche Grundlage für eine langfristige Partnerschaft zu schaffen. Die USA verfolgen wirtschaftliche Interessen, indem sie Nukleartechnologie exportieren wollen, was Arbeitsplätze in den USA sichern soll. Für Saudi-Arabien soll das Abkommen laut US-Angaben zur Deckung des steigenden Energiebedarfs beitragen.

Das US-Energieministerium erklärte: „Diese beiden Verträge bilden zusammen das Fundament für eine jahrzehntelange Zusammenarbeit im Wert von mehreren Milliarden Dollar.“ Minister Wright betonte, dass das Abkommen höchste Sicherheitsstandards erfüllt und die Nichtverbreitung von Atomwaffen gewährleistet. Die Vereinbarung fördere wichtige wirtschaftliche und strategische Ziele, darunter die Verhinderung der Verbreitung nuklearer Waffen.

Das Abkommen wird dem US-Kongress zur Prüfung vorgelegt, wo es auf Widerstand stoßen könnte. Viele Abgeordnete lehnen eine Ausweitung atomarer Technologie im politisch instabilen Nahen Osten ab – insbesondere angesichts des aktuellen Konflikts zwischen den USA und Irans langjährigem Rivalen Saudi-Arabien. Außerdem war zunächst unklar, in welchem Umfang internationale Inspektoren Zugang zu den Anlagen erhalten, um einen militärischen Missbrauch zu verhindern.

Das „Wall Street Journal“ berichtete bereits zuvor unter Berufung auf Regierungsquellen, dass Trump das Nuklearabkommen mit Saudi-Arabien genehmigt habe. Dem Bericht zufolge könnte die Vereinbarung den Weg für die Urananreicherung auf saudischem Boden ebnen.

Saudi-Arabien auch im Austausch mit China und Russland

Das milliardenschwere Abkommen soll über 30 Jahre gelten, US-Unternehmen eine führende Rolle beim Aufbau der saudischen Atom-Infrastruktur sichern und ausländische Wettbewerber ausschließen. Laut Bericht sieht eine zentrale Regelung vor, dass US-Firmen eine Urananreicherungsanlage errichten, sofern eine gemeinsame Studie dies als gerechtfertigt bewertet. Ob diese Regelung tatsächlich Teil des Abkommens ist, bleibt unklar.

Saudi-Arabien ist neben Iran der größte Energieverbraucher in der Region. Obwohl das Königreich kein bekanntes Atomwaffenprogramm besitzt, fördert es unter Kronprinz Mohammed bin Salman seit Jahren den Ausbau der zivilen Atomkraft. Dabei führte das Land Gespräche nicht nur mit den USA, sondern auch mit China und Russland.

Die Trump-Regierung hofft offenbar, durch das Abkommen mit Riad den Einfluss Chinas und Russlands in der Region zurückzudrängen. Minister Wright führte bereits im vergangenen Jahr Gespräche in Saudi-Arabien über den Deal, der auch Thema eines Treffens zwischen Kronprinz Mohammed und Trump im November in Washington war.

Droht ein nukleares Wettrüsten in der Region?

Saudi-Arabien hat den Atomwaffensperrvertrag (NPT) unterzeichnet, der die Verbreitung von Atomwaffen verbietet. Zudem besteht eine umfassende Vereinbarung mit der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), die Inspektionen vorsieht, um den Bau von Atomwaffen zu verhindern. Allerdings hat Riad bislang kein Zusatzprotokoll mit der IAEA abgeschlossen, das der Behörde erweiterte Kontrollrechte einräumt, um verdeckte Aktivitäten aufzudecken.

Der Kronprinz erklärte 2018, dass Saudi-Arabien keine Atomwaffen anstrebe. Sollte jedoch der Iran nuklear aufrüsten, werde Saudi-Arabien „so schnell wie möglich“ nachziehen. Diese Haltung bekräftigte er auch 2023. Zwischen Riad und Teheran herrscht seit langem eine Rivalität, die sich seit 2023 nur vorsichtig entspannt. Experten warnen, dass dieser Schritt weitere Länder in der Region – etwa die Vereinigten Arabischen Emirate, die Türkei und Ägypten – zu nuklearer Aufrüstung verleiten könnte.

Saudi-Arabien hat seine Sicherheitskooperation mit der Atommacht Pakistan intensiviert. Nach Israels Angriff auf Hamas-Vertreter in Katar im vergangenen Jahr unterzeichneten beide Länder ein entsprechendes Abkommen. Pakistans Regierung erklärte, dass Saudi-Arabien im Rahmen der Vereinbarung auch Zugang zu Pakistans Atomprogramm erhalten habe.

Die fünf offiziell anerkannten Atommächte sind die USA, Russland, China, Frankreich und Großbritannien. Außerdem verfügen Indien, Pakistan, Nordkorea und inoffiziell Israel über Atomwaffen. Laut dem Stockholmer Friedensforschungsinstitut Sipri gibt es weltweit mehr als 9.600 einsatzfähige Atomsprengköpfe.