Warum spielt Aaron Wan-Bissaka bei der WM 2026 für DR Kongo und nicht für England?
Die meisten Fußballfans verbinden Aaron Wan-Bissaka wohl eher mit seinen neun Spielzeiten in der Premier League, darunter fünf Jahre bei Manchester United, als mit seiner internationalen Karriere, die erst im Alter von 27 Jahren richtig begann. Zehn Monate nach seinem Debüt für DR Kongo steht der Verteidiger vor seinem ersten WM-Einsatz 2026.
Geboren im Londoner Stadtbezirk Croydon und kongolesischer Abstammung, war Wan-Bissaka lange hin- und hergerissen, für welches Land er international spielen sollte.
Frühe internationale Weichen
Der Rechtsverteidiger von West Ham absolvierte im Oktober 2015, als er gerade 18 Jahre alt war, ein einziges Spiel für die U-20-Auswahl von DR Kongo – ironischerweise gegen England. Nach seinem Durchbruch in der Premier League mit Crystal Palace meldete sich jedoch das Land seiner Herkunft bei ihm.
Zwischen 2018 und 2019 lief Wan-Bissaka fünfmal für Englands U-20- und U-21-Nationalteams auf und erhielt im August 2019 seine erste Einladung für die A-Nationalmannschaft zu den EM-Qualifikationsspielen gegen Kosovo und Bulgarien.
Entscheidend war jedoch eine Rückenverletzung, die ihn zum Rückzug zwang. Trotz starker Leistungen auf Vereinsebene bekam er von den Three Lions keine weitere Chance.
Die verpasste Chance bei England
Obwohl er zuvor DR Kongos Angebote abgelehnt hatte, um auf eine Nominierung für England zu hoffen, führte das Ausbleiben von Einsätzen schließlich zu einer bedeutenden Entscheidung für seine internationale Zukunft.
Im Juni 2025 nahm Wan-Bissaka erstmals eine Einladung für die A-Nationalmannschaft von DR Kongo an, wobei der Wechsel der Spielberechtigung von der FIFA erst im August genehmigt wurde. So gab er im September 2025 sein Debüt in einem WM-Qualifikationsspiel gegen Südsudan – der erste von bislang neun Einsätzen für „Die Leoparden“.
Die WM-Historie von DR Kongo
DR Kongo ist ein neuer Name bei der FIFA-Weltmeisterschaft, obwohl das Land schon früher unter seinem früheren Namen Zaire am Turnier teilgenommen hat.
Die afrikanische Nation qualifizierte sich für die WM 1974 in Westdeutschland, wo sie alle drei Gruppenspiele mit einer Gesamtniederlage von 0:14 verlor. Darunter war eine 0:9-Niederlage gegen Jugoslawien, die den höchsten Negativrekord in der WM-Geschichte teilt.
Obwohl DR Kongo in einer schwierigen Gruppe mit Portugal, Kolumbien und Usbekistan gelost wurde, sind die Erwartungen diesmal deutlich höher.