Real Madrid jagt einen Rekord bei der Weltmeisterschaft
Real Madrid steht kurz davor, einen neuen Rekord bei der Weltmeisterschaft aufzustellen: Die Spieler des Klubs sind nahe daran, die meisten Tore bei einer einzigen Ausgabe des Männerturniers beizusteuern. Das ist bemerkenswert, da Los Blancos das diesjährige Turnier nicht mit einer Spielerdelegation begannen, die auf eine historische Leistung hindeutete – zumindest nicht in Bezug auf die Anzahl.
Neun Spieler aus dem Kader der letzten Saison reisten zum Turnier in Nordamerika: Thibaut Courtois, Antonio Rüdiger, Aurélien Tchouaméni, Fede Valverde, Arda Güler, Jude Bellingham, Brahim Díaz, Vinícius Júnior und Kylian Mbappé.
Seitdem kamen fünf weitere hinzu: Endrick (nach seiner Rückkehr vom Leihgeschäft bei Lyon) sowie die vier Neuzugänge des Klubs – Denzel Dumfries, Ibrahima Konaté, Marc Cucurella und Bernardo Silva. Damit stieg die Gesamtzahl der vertretenen Madrilenen auf 14 an. Doch diese Ergänzungen waren nicht entscheidend, denn keiner von ihnen hat bisher getroffen. Nur vier Real-Madrid-Spieler konnten bisher Tore erzielen. Doch wie das Sprichwort sagt, zählt nicht die Quantität, sondern die Qualität. Und in diesem Sinne ist der Rekord in greifbarer Nähe.
Wie viele Tore haben Real-Madrid-Spieler bei der WM 2026 erzielt?
Madrid ist nur noch zwei Tore davon entfernt, der Verein zu werden, dessen Spieler bei einer einzigen Männer-Weltmeisterschaft die meisten Treffer erzielt haben. Die Spieler der Merengues haben bislang 17 Tore erzielt – bereits ein neuer Vereinsrekord –, der vor allem von drei herausragenden Akteuren getragen wird.
Angeführt wird die Liste von Mbappé, der mit Lionel Messi mit acht Toren die Spitze der Torschützenliste teilt. Der Franzose hätte sogar noch mehr erzielen können, nachdem er am Donnerstag einen Elfmeter gegen Marokko vergab. Hätte er verwandelt, stünde er nun allein an der Spitze. Zudem hat er drei Vorlagen geliefert, doch für diesen Rekord zählen nur die Tore: acht Treffer in sechs WM-Einsätzen.
Zwei Mitspieler folgen knapp dahinter: Bellingham und Vinícius mit jeweils vier Toren. Die Torproduktion des Engländers zeigt ein interessantes Muster – ein Spiel trifft er, das nächste nicht, dann wieder ein Treffer. Kroatien, Panama und Mexiko (zweimal) sind seine Gegner gewesen. Der Mittelfeldspieler ist eine der Überraschungen des Turniers und belegt aktuell den neunten Platz im Rennen um den Goldenen Ball. Er hat sein Torinstinkt wiederentdeckt und präsentiert sich in vielerlei Hinsicht in Bestform.
Vinícius hat ebenfalls vier Tore erzielt, allerdings mit einem wichtigen Unterschied: alle seine Treffer fielen in der Gruppenphase. Da Brasilien bereits ausgeschieden ist, bleibt seine Bilanz unverändert. Er traf gegen Marokko, Haiti und Schottland, wobei er im letzten Spiel einen Doppelpack erzielte. Sowohl er als auch Bellingham haben zudem jeweils eine Vorlage gegeben. Gemeinsam sind sie die engsten Verfolger von Mbappé in diesem internen Wettbewerb – zu dem als vierter Protagonist auch Güler gehört, der sein einziges Tor im letzten Spiel der Türkei gegen die USA erzielte.
Das sind bisher die einzigen Real-Madrid-Torschützen bei dieser Weltmeisterschaft. Die Treffer konzentrieren sich auf nur vier Spieler, doch diese vier agieren mit außergewöhnlicher Effizienz. Ihre Abschlussstärke ist beeindruckend in einem Turnier, das von einem gemeinsamen Thema geprägt ist: Die größten Stars glänzen am hellsten. Sie sind die führenden Stimmen in jedem Team, die Alpha-Figuren in jeder Kabine – kurz gesagt, eine Weltmeisterschaft der Superstars.
Die Viertelfinalspiele begannen am Donnerstag mit dem Duell Frankreich gegen Marokko in Boston. Nach dem Schlusspfiff von Schiedsrichter Facundo Tello sind noch sechs Real-Madrid-Spieler im Wettbewerb, darunter die Neuzugänge, die am 1. Juli offiziell zum Klub stießen. Brahims Turnier endete, aber Courtois, Konaté, Cucurella, Tchouaméni, Bellingham und Mbappé sind weiterhin im Rennen.
Auf ihren Schultern lastet nun die Herausforderung: Wenn diese Spieler nur noch zwei weitere Tore erzielen, wird Real Madrid zum Verein mit den meisten Toren bei einer einzigen Männer-Weltmeisterschaft avancieren. Das Ziel ist zum Greifen nah.
Damit würde der Rekord gebrochen, den sich bisher Honvéd (1954), Bayern München (2014) und Paris Saint-Germain (2022) teilen, deren Spieler jeweils 18 WM-Tore erzielten. Eine interessante Randnotiz: In allen Fällen erreichte die Nation, die durch diese Vereine vertreten wurde, das WM-Finale.
Für spanische Fans, die einen Grund zum Träumen suchen, ist das ein vielversprechendes Zeichen. Sollte Real Madrid den Rekord erreichen oder übertreffen, könnte das ein Hinweis darauf sein, dass Spanien ins Finale einzieht. Doch das gehört vorerst eher in den Bereich der Fußballfantasie als zur Realität.
Die nüchternen Fakten sind einfach: Madrid benötigt noch zwei Tore, um die derzeitigen Rekordhalter vom Thron zu stoßen – ein Thron, der von drei Königen geteilt wird. Vor Erreichen dieses Ziels hat Los Blancos bereits einen weiteren Meilenstein geschafft, indem es am Donnerstag mit dem Rekord von Stade de Reims aus dem Jahr 1958 gleichzog. Die Gesamtzahl übertrifft bereits die von Barcelona 1994 und Benfica 1966, die beide mit 16 Toren abschlossen.