Die Festnahme von Slavko Vinčić 2020 erklärt: Warum der Schiedsrichter des WM-Finales 2026 kurzzeitig festgehalten wurde
Die Ernennung von Slavko Vinčić zum Schiedsrichter des WM-Finales rückte ihn erneut ins Rampenlicht – allerdings nicht wegen seiner Leistungen auf dem Spielfeld. In sozialen Medien tauchten Berichte über eine Polizeirazzia 2020 in Bosnien auf, in die er angeblich verwickelt war. Viele dieser Behauptungen verschweigen jedoch einen wichtigen Punkt: Der slowenische Schiedsrichter wurde niemals beschuldigt, an den untersuchten Straftaten beteiligt gewesen zu sein.
Der Vorfall ereignete sich im Mai 2020, als die Polizei in Bosnien und Herzegowina im Rahmen einer Ermittlung zu mutmaßlichen Straftaten wie Prostitution, Drogenhandel und illegalem Waffenbesitz eine Immobilie durchsuchte. Vinčić befand sich zum Zeitpunkt der Aktion unter mehreren Personen am Ort des Geschehens.
Nach Angaben von Vinčić selbst sowie Berichten renommierter internationaler Medien und Behörden war er lediglich Gast bei einer privaten Zusammenkunft und wurde während der routinemäßigen Polizeikontrollen vorübergehend festgehalten. Nach einer formellen Aussage wurde er ohne Anklage entlassen und ist nie offiziell als Mitglied der untersuchten kriminellen Organisation benannt worden.
Die Geschichte um Vinčić wird nach seiner WM-Finalernennung wieder aufgegriffen
Über die Jahre geriet der Vorfall weitgehend in Vergessenheit. Mit seiner Ernennung zum Schiedsrichter des WM-Finales jedoch verbreiteten sich alte Fotos, Artikel und Beiträge erneut viral auf diversen Plattformen – oft begleitet von Behauptungen, die den nachweisbaren Fakten widersprechen.
Die Verwirrung rührt daher, dass Vinčić zwar bei der Razzia anwesend war, dies aber keineswegs eine Verwicklung in die untersuchten Straftaten bedeutet. Die Behörden konnten keinerlei Verbindung zwischen dem Schiedsrichter und dem zerschlagenen kriminellen Netzwerk feststellen, und es wurden keine rechtlichen Schritte gegen ihn eingeleitet. Zudem unterstützten die slowenischen Fußballverbände öffentlich seine Darstellung und betonten, dass seine Anwesenheit lediglich ein unglücklicher Zufall zur falschen Zeit am falschen Ort war.
Weit davon entfernt, seiner Karriere zu schaden, setzte Vinčić seine Tätigkeit als Schiedsrichter bei hochkarätigen Begegnungen im europäischen und internationalen Fußball fort und festigte seinen Ruf als einer der vertrauenswürdigsten Offiziellen von FIFA und UEFA. Seine Ernennung zum WM-Finale spiegelt letztlich seine sportlichen Leistungen wider und ändert nichts an den offiziellen Ergebnissen der Untersuchung von 2020 – ein Fall, der nur durch die enorme mediale Aufmerksamkeit im Vorfeld der Partie Argentinien gegen Spanien wieder in den Fokus gerückt ist.