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Brasiliens Weg zum sechsten WM-Titel beginnt gegen Marokko

Brasiliens Weg zum sechsten WM-Titel startet gegen Marokko

Brasilien startet seine neueste WM-Reise auf einer der größten Bühnen des Turniers, doch anders als in früheren Jahren tritt die Seleção diesmal ohne die Last an, als Favorit zu gelten. Dennoch bleibt es Brasiliens Turnier, und wie das bekannte Lied sagt: „Aqui é o Brasil.“ Mit anderen Worten: Man kann sie niemals abschreiben. Niemals.

Marokko stellt den ersten Prüfstein auf Brasiliens lang ersehntem Weg zum Hexa dar – dem sechsten WM-Stern, der seit über zwei Jahrzehnten unerreichbar scheint (verfolgen Sie Brasilien gegen Marokko live auf AS USA).

Der Weg zu dieser WM verlief alles andere als geradlinig. Drei Trainer – Ramon Menezes, Fernando Diniz und Dorival Júnior – standen nach Tites Rücktritt nach der WM 2022 in Katar an der Seitenlinie, konnten aber kaum Erfolge erzielen. Drei Jahre ohne klare Linie brachten die Seleção unter starken Druck.

Dann kam Carlo Ancelotti.

Ein bewährter Sieger. Eine lebende Legende. Er hat das Gemeinschaftsgefühl im Nationalteam wieder aufgebaut, und das Selbstvertrauen könnte kaum größer sein. Das MetLife Stadium, der Austragungsort des WM-Finales, wird letztlich die Messlatte sein. Die Zeit wird zeigen, ob Brasiliens Reise dort am 19. Juli beginnt und endet.

„Bate no peito“

Brasilien hat die Chance, sich auf der Weltbühne neu zu positionieren. Wie das Motto dieser WM sagt, ist es Zeit, die Brust rauszustrecken und voranzugehen.

Das Talent steht außer Frage. Nur wenige Nationalmannschaften können in nahezu jeder Position einen echten Superstar vorweisen, dazu eine Traum-Offensive mit Vinícius Júnior und Raphinha sowie einen Spieler, den viele als Neymars Nachfolger sehen.

Dieser Spieler, Endrick, wird erst im letzten Gruppenspiel gegen Schottland zum Einsatz kommen, da er sich noch von einer Verletzung erholt.

In den vergangenen Wochen hat Ancelotti weitgehend seine bevorzugte Startelf gefunden. Nur eine große Frage bleibt offen und wird vermutlich erst im Verlauf des Turniers beantwortet: Wer führt die Spitze an?

Drei Spieler kämpfen um die Nummer 9, jeder mit guten Argumenten: Matheus Cunha, Igor Thiago und Endrick. Der Stürmer aus Taguatinga scheint derzeit leicht hinten anzustehen, doch Chancen werden sich bieten. Gegen Marokko wird er voraussichtlich nicht in der Startelf stehen; die Position dürfte an Manchesters Nummer 10 gehen.

Hungrige Atlas-Löwen auf Revanche

Auf der anderen Seite wartet Afrikas Spitzenreiter. Die Mannschaft, die den Afrika-Cup-Titel zugesprochen bekam, nachdem Senegal im Finale im Januar dieses Jahres das Spielfeld verlassen hatte – auch wenn Senegal Berufung eingelegt hat.

Marokkos Talentförderung ist beeindruckend. Die Atlas-Löwen verfügen nicht nur über Stars wie Achraf Hakimi und Brahim Díaz, sondern besitzen auch eines der effektivsten Talent-Scouting-Netzwerke des Kontinents.

Das zeigt sich an Spielern wie Bilal El Khannouss, ausgebildet in Belgien; Samir El Mourabet aus Frankreich; Ayyoub Bouaddi ebenfalls aus Frankreich; und natürlich Hakimi und Brahim selbst, beide mit Verbindungen zu Spanien, die sich letztlich für Marokko entschieden haben.

Die Marokkaner kommen allerdings nicht in Bestform. Nach dem plötzlichen Abgang von Walid Regragui im März übernahm Mohamed Ouahbi, der Marokko bereits bei der U-20-WM betreute. Er steht für Kontinuität und ist eng mit dem langfristigen Projekt des Königlichen Marokkanischen Fußballverbands verbunden.

Das Team musste bereits schmerzhafte Rückschläge durch Verletzungen von Abde Ezzalzouli und Nayef Aguerd hinnehmen.

Doch die Welt kennt Marokko jetzt. Die Überraschung ist vorbei. Gegner respektieren und fürchten sie.

Und falls die traditionellen Favoriten stolpern, will Marokko etwas Einzigartiges schaffen: die WM nach Afrika holen.