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Zunehmender Geschichtskonflikt: Selenskyj verzichtet auf Reise zur Wiederaufbaukonferenz in Polen

Eskalierender Geschichtsstreit: Selenskyj fährt nicht zu Wiederaufbaukonferenz nach Polen

Wegen eines diplomatischen Konflikts wird der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj nicht an der Wiederaufbaukonferenz in Danzig teilnehmen. Stattdessen übernimmt Ministerpräsidentin Julija Swyrydenko die Leitung der ukrainischen Delegation.

Der Rückzug Selenskyjs erfolgt vor dem Hintergrund eines eskalierenden Geschichtsstreits mit Polen. Swyrydenko erklärte in Kiew, dass sie die Delegation anführen werde. Zu den Mitgliedern zählen hochrangige Politiker, Wirtschaftsvertreter, Kommunalvertreter aus ganz Ukraine sowie Führungskräfte staatlicher Unternehmen, so Swyrydenko.

Polen zählt zu den bedeutendsten Unterstützern der Ukraine, doch die bilateralen Beziehungen sind aktuell durch einen diplomatischen Konflikt belastet. Selenskyj benannte eine Militäreinheit nach den Kämpfern der Ukrainischen Aufstandsarmee (UPA) aus dem Zweiten Weltkrieg. Die UPA war unter deutscher Besatzung für die Ermordung von Zehntausenden Polen im heutigen Westgebiet der Ukraine verantwortlich, was in Warschau zu starker Empörung führte.

Infolge dessen entzog der polnische Staatschef Karol Nawrocki Selenskyj einen polnischen Orden. Als Reaktion gaben Selenskyj und weitere ukrainische Politiker polnische Auszeichnungen zurück. Der Konflikt hat auch eine innenpolitische Dimension in Polen, wo trotz der Unterstützung für die Ukraine seit 2022 eine zunehmende Ermüdung in der Bevölkerung spürbar ist.