Verhandlungen ins Stocken geraten: Iran bricht Gespräche nach Trumps Drohung ab
In der Schweiz führen die USA und der Iran Verhandlungen über ein Ende des Krieges im Nahen Osten. Eine Drohung aus Washington bringt die Gespräche jedoch zum Erliegen. Die Delegation aus Teheran verlässt daraufhin den Verhandlungsort. Ob die Gespräche fortgesetzt werden, bleibt ungewiss.
Nach neuen Drohungen von US-Präsident Donald Trump mit militärischen Angriffen auf den Iran verließ die iranische Delegation laut staatlichen Medien den Verhandlungsort in der Schweiz. Die iranischen Unterhändler verließen das Hotel, in dem die Gespräche stattfanden, berichtete die staatliche iranische Nachrichtenagentur Irna. Dabei bezog sich die Agentur auf Trumps Online-Nachricht vom Sonntag, in der er Teheran angesichts des Konflikts im Libanon mit weiteren Angriffen drohte.
Irna berichtete, Trumps Drohung sei als „beleidigend“ empfunden worden. Die Gespräche, die unter Vermittlung Pakistans und Katars stattfanden, seien „nach 80 Minuten und einer Unterbrechung infolge der Veröffentlichung der beleidigenden Nachricht des US-Präsidenten in eine schwierige Phase geraten“, so die Agentur weiter. Die „Bild“ meldete unter Berufung auf iranische Staatsmedien, dass die Delegation zwar zum Verhandlungsort zurückgekehrt sei, die Gespräche jedoch nicht wieder aufgenommen wurden.
Rund vier Monate nach Ausbruch des Iran-Konflikts hatten im Schweizer Luxushotel Bürgenstock bei Luzern die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran über ein endgültiges Friedensabkommen begonnen. Auf US-Seite nahmen Vizepräsident JD Vance, Sondergesandter Steve Witkoff und Trumps Schwiegersohn Jared Kushner teil. Die iranische Delegation bestand neben Chefunterhändler Mohammad Bagher Ghalibaf aus Außenminister Abbas Araghtschi.
Unmittelbar nach Beginn der Verhandlungen warnte Trump auf seiner Onlineplattform Truth Social: „Der Iran muss sofort verhindern, dass seine finanzierten Gruppen im Libanon Probleme verursachen. Wenn nicht, werden wir den Iran erneut sehr hart angreifen, wie wir es letzte Woche getan haben, oder sogar noch härter“, drohte der US-Präsident. Die vom Iran unterstützte Hisbollah-Miliz war in den vergangenen Tagen in heftige Kämpfe mit der israelischen Armee verwickelt.
Am Mittwoch hatten Iran und USA ein Rahmenabkommen zur Beendigung des Krieges geschlossen. Dieses sieht eine sofortige Waffenruhe in der gesamten Region, einschließlich des Libanon, vor. Israel und die Hisbollah waren jedoch nicht an diesem Abkommen beteiligt.