US-Streitkräfte greifen erneut iranische Ziele an: ‚Abkommen werden täglich verletzt‘
Als Reaktion auf Angriffe auf Tanker in der Straße von Hormus führte das US-Militär in der Nacht erneut Luftangriffe durch. Trump bezeichnete Verhandlungen mit Teheran als „reine Zeitverschwendung“. Gleichzeitig meldeten Kuwait und Bahrain iranische Drohnenangriffe.
Das zuständige Regionalkommando Centcom gab bekannt, dass die US-Streitkräfte in der Nacht weitere Angriffe auf iranische Ziele durchführten. Ziel war es, die Fähigkeit Teherans einzuschränken, die Schifffahrt in der Straße von Hormus zu bedrohen, wie das Kommando auf X mitteilte. Die USA wollten damit den Iran für die „jüngsten Aggressionen“ gegen Handelsschiffe in der Region zur Verantwortung ziehen. „Sollte sich das wiederholen, wird die Reaktion noch heftiger ausfallen“, warnte Trump in der Nacht auf Truth Social.
Die iranische Luftabwehr bekämpfte laut einer iranischen Nachrichtenagentur feindliche Ziele in der Nähe von Bandar Abbas. Zudem wurden Explosionen nahe Konarak und Tschabahar berichtet. Trump äußerte sich zuvor auf dem Nato-Gipfel optimistisch und sagte, er glaube nicht, dass der Konflikt erneut eskalieren werde, mit Blick auf den seit Ende Februar andauernden Iran-Krieg.
Medienberichten zufolge bombardierte das US-Militär außerdem eine Eisenbahnbrücke im Nordosten Irans. Der staatliche Sender Irib berichtete, dass mehrere Geschosse die Brücke in der Provinz Golestan getroffen hätten. Laut dem regierungsnahen Sender Press TV handelt es sich um den ersten Angriff in dieser Region seit Beginn der Waffenruhe im April.
Nach Angaben der örtlichen Streitkräfte soll Kuwait als Reaktion erneut unter iranischem Beschuss gestanden haben. Die Luftabwehr habe feindliche Raketen- und Drohnenangriffe abgewehrt, teilte die Armee des mit den USA verbündeten Landes am frühen Morgen via X mit. Auch in Bahrain ertönten wie in der vorherigen Nacht erneut Sirenen. Die Bevölkerung wurde aufgefordert, Schutz zu suchen und Ruhe zu bewahren, erklärte das Innenministerium des Inselstaats im Persischen Golf. Bahrain und Kuwait, die US-Militärbasen beherbergen und nur wenige Hundert Kilometer vom Iran entfernt liegen, waren bereits mehrfach Ziel iranischer Angriffe.
Der US-Präsident kritisierte die Führung in Teheran scharf: „Sie verletzen das Abkommen jeden Tag“, beklagte er. „Sie stimmen allem zu, nur um anschließend in einer Pressekonferenz zu behaupten, es habe nie Verhandlungen gegeben. Mit solchen Leuten stimmt etwas nicht, die sind nicht bei Verstand“, äußerte Trump seinen Ärger.
Trump bezeichnet iranische Führung als „Haufen Abschaum“
Vorher erklärte Trump im Zusammenhang mit der bestehenden Waffenruhe: „Für mich ist sie beendet.“ Er halte es für „reine Zeitverschwendung“, sich mit der Führung in Teheran auseinanderzusetzen. Den Iran nannte der US-Präsident einen „Haufen Abschaum“. Trotzdem kündigte er an, mit den US-Gesandten Steve Witkoff und Jared Kushner über mögliche Verhandlungen mit Teheran sprechen zu wollen. „Ich werde unseren hervorragenden Unterhändlern erlauben, weiter zu verhandeln, wenn sie das möchten, aber ich sehe keinen Sinn darin“, so Trump.
Auslöser der jüngsten Eskalation waren Angriffe auf Schiffe in der Nähe der Straße von Hormus, die Washington dem Iran zuschreibt. In der Nacht zum Mittwoch griffen die USA nach eigenen Angaben mehr als 80 iranische Ziele rund um die Straße von Hormus an. Das US-Regionalkommando Centcom bezeichnete die iranische Aggression als ungerechtfertigt, gefährlich und als klaren Verstoß gegen die Waffenruhe.
Nato-Generalsekretär Mark Rutte bewertete die US-Angriffe beim Gipfeltreffen in Ankara als „absolut notwendig“. Der Iran habe die Waffenruhe „im Wesentlichen verletzt“, sagte Rutte. Es sei „entscheidend, dass die USA entschlossen handeln“.