Umfangreiche Trauerfeier für Chamenei – Sechs Tage Abschied im Iran und Irak
Ende Februar wurde der oberste iranische Führer Chamenei bei einem Angriff der USA und Israels getötet. Jetzt beginnen umfangreiche sechstägige Trauerzeremonien, bei denen sein Leichnam vom Iran bis in den Irak getragen wird. Diese Zeremonien verdeutlichen, dass die Macht des Regimes auch nach seinem Tod demonstrativ präsentiert werden soll.
Nach offiziellen Angaben wurde der Leichnam von Ajatollah Ali Chamenei in die Imam-Khomeini-Mosalla-Großmoschee in Teheran überführt. Bilder zeigen Trauernde, die den mit der iranischen Flagge bedeckten Sarg in den für große Zeremonien vorgesehenen Komplex der Hauptstadt tragen. Dort soll der Leichnam am Samstag öffentlich aufgebahrt werden. In der Mosalla-Moschee finden regelmäßig bedeutende Freitagsgebete, offizielle Gedenkveranstaltungen und religiöse Versammlungen statt.
Auf Fotos der staatlichen iranischen Nachrichtenagentur Fars war auch Ahmad Wahidi, der Kommandant der Revolutionsgarden, zu sehen, wie er Chamenei die letzte Ehre erwies, indem er seine Hand auf den Sarg legte und betete. Dies war Wahidis erster öffentlicher Auftritt seit Beginn des Iran-Konflikts mit den USA und Israel. Sein Vorgänger Mohammad Pakpur war am ersten Kriegstag getötet worden.
Sechstägige Trauerprozession
Die Trauerfeierlichkeiten sollen ab Samstag sechs Tage andauern; der Leichnam Chameneis wird über die Pilgerstadt Ghom bis in den Irak getragen. In Teheran erwarten die Behörden zwischen 15 und 20 Millionen Teilnehmer für die dreitägigen Zeremonien, während denen am Montag ein großer Trauerzug geplant ist. Der iranische Parlamentspräsident und Chefunterhändler Mohammed Bagher Ghalibaf hat bereits am Donnerstag zu einer breiten Teilnahme aufgerufen, um Chameneis Tod „zu rächen“.
Chamenei wurde am 28. Februar bei einem gezielten israelischen Luftangriff auf seinen Amtssitz in Teheran getötet. In der Folge führten die USA und Israel über fünf Wochen Krieg gegen den Iran, bis Anfang April Vertreter aus Washington und Teheran eine Waffenruhe vereinbarten. Dabei kamen zahlreiche iranische Generäle und bedeutende Politiker ums Leben.
Sperrung des Luftraums über Teheran
Die Trauerfeier bringt erhebliche Verkehrsbeschränkungen mit sich. Ein großer Bereich der Innenstadt wird für den Autoverkehr gesperrt, und kein Fahrzeug darf sich der Mosalla-Moschee im Umkreis von einem Kilometer nähern. Der Luftraum über Teheran soll ab Freitag teilweise und ab Montag komplett geschlossen werden.
Die Trauerfeier war ursprünglich für März geplant, wurde jedoch aufgrund des Iran-Krieges verschoben. Chamenei, der fast 37 Jahre lang im Iran regierte, wird schließlich am 9. Juli in seiner Heimatstadt Maschhad beigesetzt.
Ab Freitag werden Staats- und Regierungschefs aus rund 30 Ländern in Teheran erwartet, darunter der ehemalige russische Präsident Dmitri Medwedew, Pakistans Premierminister Shehbaz Sharif sowie Delegationen aus China, Belarus, dem Irak und Turkmenistan.
Als Nachfolger Chameneis wurde sein Sohn Modschtaba Chamenei ernannt. Seit seiner Ernennung ist Modschtaba jedoch noch nicht öffentlich aufgetreten.