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Ukraine trifft erneut: Russischer Ölhafen am Schwarzen Meer in Flammen

Ukraine schlägt erneut zu: Russischer Ölhafen am Schwarzen Meer brennt

Seit Monaten zielt die Ukraine gezielt auf Raffinerien, Pumpstationen und Exporthäfen der russischen Ölbranche ab. Das Hauptziel ist eindeutig: Kiew will die finanziellen Mittel Russlands für den Krieg schwächen. Ein aktueller Angriff scheint den Hafen von Noworossijsk am Schwarzen Meer getroffen zu haben.

Bei einem Drohnenangriff auf den Hafen Noworossijsk kam es nach Angaben der Behörden zu mehreren Bränden in einem Öllager. Die zuständigen Politiker bestätigten den Vorfall nur teilweise. Laut dem örtlichen Bürgermeister Andrej Krawtschenko auf Telegram wurden die Feuer durch herabfallende Drohnenteile ausgelöst. Einige Trümmer fielen zudem auf das Gelände des Kraftstoffterminals. Mindestens zwei Personen wurden dabei verletzt. Augenzeugen in sozialen Medien berichten, dass das Ölterminal Gruschowaja des Energiekonzerns Transneft in Brand geraten sei.

Der Hafen von Noworossijsk in der südrussischen Region Krasnodar wickelt etwa ein Fünftel der nationalen Rohöllieferungen ab. Er zählt zu den größten Öllagerstätten im Kaukasus, mit unterirdischen und oberirdischen Reservoirs sowie einem Umschlagplatz, der Noworossijsk zum wichtigsten Exportknoten Russlands am Schwarzen Meer macht. Diese Anlagen waren bereits mehrfach Ziel ukrainischer Drohnenangriffe.

Das russische Verteidigungsministerium berichtete am Morgen vom Abschuss von 348 Drohnen in der vergangenen Nacht, machte aber keine Angaben zu Treffern. Dennoch meldeten verschiedene Behörden Schäden, etwa in Anapa am Schwarzen Meer. Im Gebiet Perm kam es laut Behördenberichten zudem zu einem Angriff auf einen Industriebetrieb, bei dem ein Feuer in einem Chemiewerk ausbrach.

Mit diesen Angriffen setzt die ukrainische Armee offenbar ihre erfolgreiche Serie von Drohnenangriffen auf die russische Ölindustrie fort. Erst vor wenigen Tagen wurde die große Raffinerie von Kstowo an der Wolga getroffen. Die Raffinerie gehört zum zweitgrößten russischen Ölkonzern Lukoil und zählt zu den zehn größten im Land. Sie befindet sich fast 800 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt, weiter als Moskau.

Die Ukraine intensiviert seit Monaten die Angriffe auf Raffinerien, Pumpstationen und Exporthäfen der russischen Ölindustrie. Kiew sieht dies als Reaktion auf die nahezu täglichen russischen Angriffe auf ukrainische Städte seit Beginn des Konflikts vor mehr als vier Jahren.

Das erklärte Ziel der Drohnenangriffe ist es, russische Militär- und Energieanlagen zu treffen, um Russland daran zu hindern, Einnahmen aus fossilen Energieträgern zur Finanzierung seines Krieges zu generieren. Die Verhandlungen zur Beendigung der Kämpfe sind derzeit ausgesetzt.

Die ukrainischen Luftstreitkräfte berichteten am Morgen von 124 russischen Drohnenangriffen. Die Flugabwehr meldete, dass 102 Flugobjekte abgefangen wurden. Durch die russischen Angriffe wurden zwölf Drohneneinschläge an neun Standorten sowie herabfallende Trümmer an fünf Orten registriert.