Trump will keine Frist setzen: US-Kampfjet schaltet Tanker vor iranischem Hafen mit Schüssen aus
Seit mehreren Tagen führt das US-Militär Angriffe auf iranische Ziele durch und setzt nun auch die Blockade der Häfen mit Gewalt durch. Ein US-Kampfflugzeug eröffnete das Feuer auf einen Öltanker. Gleichzeitig distanziert sich Trump leicht von seinen zuvor angedrohten Brückenangriffen.
US-Präsident Donald Trump drohte Teheran mit Angriffen auf zivile Infrastruktur, falls die iranische Führung nicht zu Verhandlungen zurückkehrt. Auf die Frage einer Journalistin, ob er dem Iran ein Ultimatum setzen werde, bevor das US-Militär mit Bombardements auf Brücken beginne, antwortete Trump nur knapp: „Ich mag es nicht, Fristen zu setzen.“
Am Dienstag hatte Trump noch erklärt, dass in der kommenden Woche alle Kraftwerke und Brücken zerstört würden, „es sei denn, sie setzen sich an den Verhandlungstisch und führen Gespräche“, sagte er in einem Interview mit dem US-Sender Fox News in Richtung Teheran. Zudem kündigte er weitere Angriffe in den kommenden Nächten an.
Die US-Streitkräfte griffen daraufhin bereits zum fünften Mal in Folge Ziele im Iran an. Ziel war es, iranische Fähigkeiten auszuschalten, die die freie Schifffahrt in der Straße von Hormus gefährden, erklärte das Regionalkommando Centcom auf X. Später teilte das US-Militär mit, dass ein US-Kampfflugzeug auf einen unbeladenen Öltanker geschossen und diesen außer Gefecht gesetzt habe, als das Schiff versuchte, die US-Blockade gegen iranische Häfen zu durchbrechen.
Das Kampfflugzeug habe „Hellfire-Raketen in den Schornstein des Schiffes abgefeuert“, berichtete Centcom. „Das Schiff ist nicht länger auf Kurs in den Iran.“ Bei dem Tanker handelte es sich um die unter der Flagge von Curaçao fahrende „M/T Belma“. Es war das erste Mal seit der Wiedereinsetzung der Blockade iranischer Häfen, dass die US-Armee ein Schiff gewaltsam stoppte.
Seit Dienstag blockiert das US-Militär wieder Schiffe, die iranische Häfen oder Küstengebiete ansteuern oder verlassen. Die USA und der Iran hatten Mitte Juni ein Rahmenabkommen unterzeichnet, das innerhalb von 60 Tagen zu einem Friedensabkommen führen sollte. Trotz der jüngsten Eskalation laufen die Vermittlungen weiter. Trump erklärte die Waffenruhe letzte Woche für beendet.