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Syrien strebt Sicherheitsabkommen mit Israel für Grenzregion an

Regelung für Grenzgebiet: Syriens Übergangspräsident will Abkommen mit Israel

Seit 1948 bestehen offiziell kriegerische Auseinandersetzungen zwischen Israel und Syrien, wobei ein formelles Friedensabkommen bislang ausblieb. Nun äußert Syriens Übergangspräsident den Wunsch, zumindest eine Sicherheitsvereinbarung zu erzielen.

Der syrische Übergangspräsident Ahmed al-Scharaa erklärte in einem Interview mit Al-Dschasira, das der Sender auf seiner englischsprachigen Webseite veröffentlichte, dass Syrien ein Sicherheitsabkommen mit Israel anstrebe. Ein solches Abkommen könnte den Weg für einen umfassenderen Frieden zwischen beiden Staaten ebnen, ohne jedoch den Anspruch Syriens auf die Golanhöhen aufzugeben.

Al-Scharaa betonte, dass Syrien eine Gruppe von Staaten einbinden will, um Israel zu einer ausgewogeneren Politik zu bewegen. Außerdem schließt seine Regierung militärische Einsätze im Libanon aus. Im syrischen Bürgerkrieg standen sich die vom Iran unterstützte Hisbollah im Libanon und al-Scharaas Kräfte als Gegner gegenüber.

Anfang Januar 2026 hatten Israel und Syrien vereinbart, einen Kommunikationskanal unter US-amerikanischer Aufsicht einzurichten. Dieser soll als Plattform dienen, um Geheimdienst-, Sicherheits- und Handelsfragen zu koordinieren, Konflikte zu lösen und Missverständnisse zu vermeiden. Bereits im September des Vorjahres bestätigten beide Seiten Gespräche über ein Sicherheitsabkommen, das insbesondere die Präsenz syrischer und israelischer Truppen im Grenzgebiet regeln soll.

Israel sieht islamistische Gefahr an Nordgrenze

Israel und Syrien befinden sich seit 1948 offiziell im Kriegszustand, ohne einen Friedensvertrag. Die Golanhöhen, die Israel 1967 besetzte und 1981 annektierte, sind ein wesentlicher Streitpunkt und international nicht anerkannt.

Im Dezember 2024 stürzte eine Rebellenallianz unter Führung der sunnitisch-islamistischen HTS-Miliz den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad. Daraufhin rückten israelische Truppen in Syrien vor, besetzten strategische Positionen und wollten ein Sicherheitsvakuum an der Nordgrenze verhindern. Israels Regierung befürchtete, dass sich dort vom Iran unterstützte Milizen oder islamistische Gruppen etablieren könnten. Die Armee rückte in eine von den Vereinten Nationen entmilitarisierte Zone vor, darunter auch auf die syrische Seite des Berges Hermon, mit Blick auf Damaskus.

Die israelischen Streitkräfte greifen zudem regelmäßig Ziele in Syrien an, um nach eigenen Angaben Waffenlager und militärische Ausrüstung zu zerstören und Angriffe feindlicher Extremisten zu verhindern. So beschossen sie zuletzt am Sonntag, laut der syrischen Staatsagentur SANA, Gebiete in Syrien und zerstörten einen Transformator. Vor rund einem Jahr eskalierte die Situation, als sunnitische Milizen gewaltsam gegen Drusen in der Provinz Suwaida vorgingen. Israels Armee reagierte mit Luftangriffen, die unter anderem das Verteidigungsministerium in Damaskus trafen. Daraufhin wurde eine Waffenruhe vereinbart.

Die Aussagen al-Scharaas gegenüber Al-Dschasira fielen zeitgleich mit dem Besuch des UN-Generalsekretärs Antonio Guterres in Syrien, dem ersten Besuch eines UN-Chefs seit 2009. Guterres forderte die Achtung der Souveränität und territorialen Integrität Syriens. Die Entwicklungen in der Region der Golanhöhen bezeichnete er als „absolut inakzeptabel“. „Ich möchte die internationale Gemeinschaft daran erinnern, dass die Golanhöhen syrisches Hoheitsgebiet sind“, sagte er laut einer offiziellen Mitteilung.