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Strengere Regeln für Kaffee: EU-Kommission verzichtet bei Rinderhäuten auf Waldschutz-Kriterien

Für Kaffee wird Regel strenger: EU-Kommission schaut bei Rinderhäuten nicht mehr auf den Waldschutz

Welcher Zusammenhang besteht zwischen Rinderhäuten und dem Schutz von Wäldern? Die EU möchte verhindern, dass die Herstellung bestimmter Produkte die Wälder schädigt. Doch für viele Rinderprodukte ist der Nachweis eines entwaldungsfreien Ursprungs künftig nicht mehr erforderlich. Dies sorgt bei Umweltorganisationen für Empörung.

Die EU-Kommission hat beschlossen, mehrere Waren von den Vorgaben zum Waldschutz auszunehmen. Unternehmen innerhalb der EU müssen somit nicht länger belegen, dass Rinderhäute, -felle und -leder ohne Entwaldung gewonnen wurden, wie die Behörde in Brüssel bekanntgab. Mit dem kürzlich verabschiedeten delegierten Rechtsakt entfällt diese Pflicht auch für runderneuerte Reifen, Soja-Saatgut und Autositze. Im Gegenzug werden Produkte wie löslicher Kaffee, bestimmte Palmöl-Varianten und gefrorene Rinderzungen neu in die Regelungen aufgenommen.

Die sogenannte Entwaldungsverordnung soll Wälder sowohl in Europa als auch weltweit, beispielsweise im Amazonasgebiet, vor Abholzung schützen. Sie verpflichtet Unternehmen, nachzuweisen, dass bestimmte Waren wie Kaffee, Kakao, Soja, Holz, Palmöl oder Rindfleisch, die in der EU gehandelt oder exportiert werden, nicht zur Zerstörung von Wäldern beitragen.

Ursprünglich war vorgesehen, die Verordnung ab Ende 2024 anzuwenden, doch der Start wurde verschoben und die Anforderungen gelockert. Die Regelungen sollen ab dem 30. Dezember 2026 für große und mittlere Unternehmen sowie einige Kleinst- und Kleinbetriebe gelten, während andere kleine Unternehmen ab dem 30. Juni 2027 betroffen sind.

Gesetz tritt erst Ende 2027 in Kraft

Die EU-Kommission überprüfte, welche Produkte von den Vorgaben ausgenommen oder neu aufgenommen werden sollten. Dabei wurden Rückmeldungen aus Wirtschaft und Organisationen berücksichtigt. Die neu aufgenommenen Produkte werden erst ab dem 30. Dezember 2027 in den Anwendungsbereich einbezogen.

Umweltverbände wie WWF Deutschland und die Deutsche Umwelthilfe (DUH) kritisierten nach der Mai-Ankündigung insbesondere die Streichung von Rindsleder aus der Liste. Der WWF bezeichnete diese Entscheidung als wissenschaftlich unbegründet.

Nach Angaben der EU-Kommission hat die Verordnung bereits vor ihrem Inkrafttreten für mehr Transparenz in den Lieferketten gesorgt und neue Marktchancen für entwaldungsfreie Produkte geschaffen.