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Spannungen im Nahen Osten: Neue Explosionen im Iran – Tanker in der Straße von Hormus zerstört

Eskalation im Nahen Osten: Neue Explosionen im Iran - Tanker in Straße von Hormus gesprengt

In der neunten Nacht hintereinander kommt es im Nahen Osten zu Angriffen zwischen den USA und dem Iran. Nach Angaben der Revolutionsgarden sind auch Handelsschiffe in der Straße von Hormus Ziel von Angriffen. Teheran und Washington vertreten dabei unterschiedliche Auffassungen über die Kontrolle der Meerenge.

Nach dem erneuten Angriff des US-Militärs auf iranische Ziele berichten lokale Medien in der Nacht von Explosionen an verschiedenen Orten im Iran. Die iranische Nachrichtenagentur Tasnim meldete Explosionen in Tabris im Norden, in der Hafenstadt Tschahbahar am Golf von Oman, in Konarak in der südöstlichen Provinz Sistan-Belutschistan, in Mahschahr in der Provinz Chusestan sowie in Bandar Imam Chomeini am Persischen Golf.

Um iranische Angriffe auf Handelsschiffe in der für den weltweiten Öl-, Gas- und Düngemittelhandel wichtigen Straße von Hormus zu verhindern, setzt das US-Militär nach eigenen Angaben nun bereits die neunte Nacht in Folge militärische Maßnahmen ein. Die jüngste Angriffswelle begann um 19 Uhr US-Ostküstenzeit (2:30 Uhr Ortszeit im Iran), teilte das US-Regionalkommando Centcom über die Plattform X mit.

Ziel sei es, die militärischen Kapazitäten des Iran, die für Angriffe auf Handelsschiffe und zivile Seeleute in der Straße von Hormus genutzt werden, weiter zu schwächen. Der Konflikt um die strategische Meerenge, die für den globalen Energiehandel von großer Bedeutung ist, hat sich seit Monatsbeginn erneut verschärft.

Trump rechtfertigt Angriffe mit Verlusten von Soldaten

US-Präsident Donald Trump erklärte die jüngsten Militärschläge gegen iranische Ziele mit dem Tod mehrerer US-Soldaten in der Region. „Diese großartigen Menschen, diese großartigen Patrioten, waren im Einsatz, damit der Iran keine Atomwaffen erhält“, sagte Trump nach seiner Rückkehr vom WM-Finale vor Journalisten. Die Angriffe auf den Iran seien „zu Ehren“ dieser Soldaten erfolgt. „Wir haben sie heute Nacht erneut sehr hart getroffen“, fügte Trump hinzu. In der vergangenen Woche meldeten die USA so viele Verluste wie seit Monaten nicht mehr.

Der Iran habe im Krieg schwere Verluste erlitten, behauptete der US-Präsident. „Militärisch haben sie fast alles verloren“, sagte er. „Sie verfügen nur noch über wenige Raketen und einige Drohnen.“ Zudem kontrollierten die USA die Straße von Hormus, so Trump weiter. „Wir haben die Kontrolle über die Meerenge, sie kontrollieren nichts. Mal sehen, wie sich das entwickelt“, erklärte der Präsident.

Das iranische Regime hingegen präsentiert die Lage anders. Teheran betont, dass das Mitte Juni geschlossene Rahmenabkommen die alleinige Verantwortlichkeit für die Verwaltung der Meerenge dem Iran zuschreibt.

Die iranischen Revolutionsgarden teilten unterdessen mit, dass zwei Öltanker auf der südlichen Route der Straße von Hormus gesprengt wurden und nun manövrierunfähig seien. Die US-Streitkräfte hätten die Besatzungen aufgefordert, diese unsichere Passage zu nutzen, erklärten die Revolutionsgarden. Solange die US-Aggression in der Region andauere, sei die Meerenge weder für den Transport petrochemischer Produkte noch für „einen einzigen Tropfen Öl und Gas“ sicher. Das US-Militär müsse mit einer „Strafaktion“ rechnen. Eine unabhängige Bestätigung des Vorfalls lag zunächst nicht vor. Zu Namen, Flaggen, Besatzungen oder möglichen Opfern machten die Revolutionsgarden keine Angaben.

Iran reagiert mit Angriffen auf Kuwait und Bahrain

Als Reaktion auf die anhaltenden US-Angriffe setzt Teheran weitere Vergeltungsschläge gegen Länder mit US-Militärstützpunkten in der Region fort. So meldete Kuwait in der Nacht erneuten Beschuss. Die Luftverteidigung habe „feindliche Drohnen“ aus dem Iran abgewehrt, teilte das kuwaitische Militär mit. Weitere Details wurden zunächst nicht veröffentlicht.

Auch in Bahrain, einem weiteren Verbündeten Washingtons, heulten erneut die Sirenen, wie das Innenministerium mitteilte. Die US-Botschaft in Bahrain warnte konkret vor möglichen iranischen Angriffen in der Hauptstadt Manama. Es lägen Hinweise vor, dass der Iran nicht näher bezeichnete Ziele im Stadtzentrum ins Visier nehmen könnte, erklärte die Vertretung.

Nach Angaben staatlicher Medien griffen die iranischen Revolutionsgarden zudem das „feindliche Kommandozentrum für Spezialeinsätze in der Region Al-Tanf in Syrien“ an. Dies sei eine Vergeltungsmaßnahme für die Tötung iranischer Soldaten in Iranschahr im Südosten der Islamischen Republik, erklärte die Nachrichtenagentur Irna im Telegram-Dienst. Die Nachrichtenagentur Tasnim hatte zuvor die Beisetzung dreier Soldaten gemeldet, die bei einem US-Angriff auf eine Kaserne in Iranschahr ums Leben gekommen waren.

Bereits am Freitag hatten die Revolutionsgarden erklärt, den Stützpunkt Al-Tanf angegriffen zu haben. Diese Darstellung wurde von syrischen Militärkreisen zurückgewiesen. Die syrische Armee hatte nach dem Abzug der USA im Februar die Kontrolle über den Stützpunkt übernommen.