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Angriffe in der Straße von Hormus: Rubio fordert verstärkten Druck auf Teheran

Attacken in Straße von Hormus: Rubio fordert Staaten zu mehr Druck auf Teheran auf

Die strategisch bedeutsame Straße von Hormus gerät erneut unter Beschuss, wodurch der Schiffsverkehr faktisch zum Stillstand kommt. US-Außenminister Marco Rubio fordert deshalb andere Länder auf, mit „Ausrüstung oder Finanzmitteln“ zum Schutz der Meerenge beizutragen.

Rubio betonte im Zusammenhang mit dem Konflikt um die Straße von Hormus, dass die Vereinigten Staaten „weiterhin alles Notwendige tun werden, um die globale Schifffahrt zu sichern“. Gleichzeitig müssten andere Nationen ihren Anteil leisten, indem sie entsprechende Mittel bereitstellen.

Er erklärte, „mindestens einige Akteure im Iran“ strebten danach, die wirtschaftlich bedeutende Meerenge zu kontrollieren und diese als „Hebel gegenüber der internationalen Gemeinschaft“ zu nutzen. Diese Äußerungen machte Rubio vor seiner Abreise zu einem Treffen der Außenminister der südostasiatischen ASEAN-Staaten auf den Philippinen.

Die iranische Führung hält die für die weltweite Schifffahrt essenzielle Meerenge aufgrund des andauernden Konflikts faktisch geschlossen. Wiederholt kam es zu Angriffen auf Schiffe. Zuletzt berichteten Staatsmedien, dass die iranischen Revolutionsgarden zwei Öltanker in der Straße von Hormus gestoppt hätten. Laut der Nachrichtenagentur Tasnim hätten die Schiffe versucht, ohne Genehmigung über die südliche Route in die Meerenge einzufahren beziehungsweise sie zu verlassen. Dabei seien die Tanker „explodiert“.

Schifffahrt unter Beschuss

Am vergangenen Wochenende nahm der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus angesichts der sich verschärfenden militärischen Auseinandersetzungen deutlich ab. Laut Daten des Finanzdienstleisters LSEG passierten am Sonntag lediglich vier Schiffe die Meerenge, nachdem es am Samstag noch acht waren. Die USA gaben bekannt, in der achten Nacht in Folge Luftangriffe auf iranische Ziele durchgeführt zu haben. Verbündete Staaten wie Kuwait und Bahrain meldeten weitere iranische Angriffe. Beide Konfliktparteien richten ihre Aktionen zunehmend gegen die Schifffahrt. Die US-Regierung setzt eigenen Angaben zufolge eine Seeblockade vor iranischen Häfen durch, während der Iran gegen Schiffe vorgeht, die seiner Ansicht nach die Vorschriften in der Straße von Hormus missachten. Über diese Meerenge wird etwa ein Fünftel des weltweit gehandelten Öls transportiert.

Seit Donnerstag wurden keine LNG-Tanker mehr bei der Durchfahrt registriert. Einige Schiffe deaktivieren zeitweise ihre Transponder, um ihre Routen zu verschleiern. Trotzdem bleibt die LNG-Produktion in Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten laut S&P Global trotz der Einschränkungen relativ stabil. Dies führt dazu, dass sich mehr LNG auf wartenden Schiffen im Golf ansammelt.

Mitte Juli befanden sich schätzungsweise 570.000 Tonnen LNG auf sieben beladenen katarischen LNG-Tankern. Insgesamt sind derzeit LNG-Tanker mit einer Kapazität von fast 1,9 Millionen Tonnen in der Region unterwegs. Sollte sich die faktische Blockade der Straße von Hormus in den kommenden Wochen lockern, könnten diese Schiffe zu einem schnellen Anstieg der Exporte beitragen, so die Analysten von S&P Global.

Unterdessen stieg der Preis für die Nordseesorte Brent zwischenzeitlich auf den höchsten Stand seit Juni. Am Montag wurden an den asiatischen Börsen gegen 03 Uhr MESZ für ein Barrel Brent mit Lieferung im September 90,50 US-Dollar (79,16 Euro) aufgerufen, was einem Anstieg von 2,72 Prozent entspricht. Kurzzeitig wurde die Marke von 91 US-Dollar überschritten, der höchste Preis seit Juni. Die Sorte West Texas Intermediate legte um 2,39 Prozent auf 84,46 US-Dollar zu.