Russischer Großangriff im Norden von Pokrowsk offenbar gescheitert
Im Gebiet nördlich von Pokrowsk sehen sich die ukrainischen Verteidiger mit einem seltenen groß angelegten russischen Panzerangriff konfrontiert. Solche massiven Vorstöße waren früher häufiger, sind inzwischen jedoch kaum noch zu beobachten. Die Gegenwehr der ukrainischen Truppen soll den Angriff erfolgreich abgewehrt haben.
Die ukrainische Drohneneinheit „Phoenix“ berichtet, einen bedeutenden russischen Durchbruchsversuch mit Panzern gestoppt zu haben. Laut einer Mitteilung der Einheit handelte es sich um eine der größten Attacken der letzten Zeit. Russland setzt im aktuellen Kriegsgeschehen nur noch selten Kampfpanzer ein und verwendet zudem deutlich weniger Schützenpanzer als früher.
Nach Angaben sollen im Raum Dobropillja in der Region Donezk insgesamt neun Panzer, zwei gepanzerte Fahrzeuge sowie drei Grad-Raketenwerfer zerstört worden sein. Die Ortschaft liegt nördlich von Pokrowsk. Die Einheit „Phoenix“ meldete außerdem zahlreiche getötete russische Soldaten. Der genaue Zeitpunkt des Angriffs ist unklar. Bereits am Vortag hatte die Einheit die Zerstörung eines russischen Buk-M3-Flugabwehrsystems im Wert von 50 Millionen Dollar gemeldet.
Der ukrainische Generalstab meldete am Donnerstag und Freitag ungewöhnlich hohe Verluste bei russischem Material innerhalb eines Tages: 10 beziehungsweise 28 Kampfpanzer sowie 16 beziehungsweise 12 gepanzerte Fahrzeuge, darunter Schützenpanzer. Diese Angaben können nicht unabhängig verifiziert werden. Die erhebliche Diskrepanz zwischen den Zahlen des Generalstabs und der „Phoenix“-Einheit könnte auf einen weiteren größeren Angriff an einem anderen Ort hinweisen.
Mechanisierte Großangriffe nehmen ab
In den vergangenen Monaten lagen die von der ukrainischen Armee gemeldeten täglichen Verluste an zerstörten oder beschädigten Kampfpanzern und gepanzerten Fahrzeugen meist im einstelligen Bereich. Die zweistelligen Werte der letzten beiden Tage sind daher ungewöhnlich hoch.