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Durchsetzungsstarke Feministin: Wer ist Nina Warken, die neue Kanzleramtschefin?

"Eine harte Verhandlerin": Durchsetzungsstarke Feministin: Wer ist die neue Kanzleramtschefin Nina Warken?

Nach dem Abgang von Jens Spahn gestaltet Bundeskanzler Merz sein Kabinett neu. Jetzt ist klar, wer künftig die Leitung des Kanzleramts übernimmt: Nina Warken, die erst vor Kurzem als Gesundheitsministerin die Reform der Krankenkassen durchgesetzt hat. Welche Eigenschaften machen sie für Merz unverzichtbar?

Erstmals übernimmt mit Nina Warken eine Frau die Führung des Bundeskanzleramts. Um die 47-Jährige in dieser Schlüsselposition einzusetzen, holt Bundeskanzler Friedrich Merz sie mitten in den laufenden Reformen im Gesundheits- und Pflegebereich aus ihrem bisherigen Amt als Bundesgesundheitsministerin heraus. Ihr Nachfolger wird Carsten Linnemann, der bislang eher als überzeugter Wirtschaftsliberaler denn als Sozialpolitiker bekannt war.

In den letzten Monaten gelang es Warken trotz erheblicher Widerstände, die Finanzreform der gesetzlichen Krankenkassen durchzusetzen. Obwohl weiterhin Kritik besteht, wird anerkannt, dass sie verschiedene Interessengruppen zumindest teilweise in die Sparmaßnahmen eingebunden hat. Die Hauptbelastung der Einschnitte tragen allerdings die Versicherten.

„Nina Warken hat bewiesen, dass sie ein Ministerium leiten und Reformen auch gegen Widerstände erfolgreich umsetzen kann“, erklärte Merz seine Entscheidung. Die neue Kanzleramtschefin sei „durchsetzungsstark“ und habe sich in unterschiedlichen Positionen als „eine harte Verhandlerin“ erwiesen. Nach ihrer Ernennung sagte Warken: „Ich freue mich darauf, den Reformkurs aktiv mitzugestalten, damit unser Land weiterhin Fortschritte macht.“

Fachfrau für Sicherheitspolitik

Merz nannte noch weitere Gründe für die Wahl Warkens als Nachfolgerin von Thorsten Frei, der nächste Woche die Unionsfraktion leiten wird. Aufgrund ihrer früheren Aufgaben sei sie auch „in sicherheitspolitischen Fragen erfahren“, die im Kanzleramt eine zentrale Rolle spielen. Daher werde Warken künftig für ihn „eine der wichtigsten Stützen in der Regierungsarbeit“ sein.

Der Kanzler kennt Warken zudem seit langem aus der gemeinsamen Parteiarbeit – sie ist mit den politischen Abläufen und Themen bestens vertraut. Von 2023 bis 2025 war sie Generalsekretärin der CDU Baden-Württemberg. Seit 2025 ist sie außerdem Bundesvorsitzende der Frauen-Union und damit beratendes Mitglied im CDU-Bundesvorstand.

„Ja, ich bin Feministin“, bekannte die 47-jährige dreifache Mutter in einem Interview. Tatsächlich setzt sich die von ihr geführte Frauen-Union immer wieder dafür ein, den männerdominierten CDU-Spitzen mehr Frauen in politischen Führungspositionen in Partei, Fraktion und Regierung zu verschaffen – ein Anliegen, das angesichts schwacher Umfragewerte der CDU vor allem bei weiblichen Wählern auch Merz zunehmend ernst nimmt. Zuletzt forderte die Frauen-Union den Rücktritt des Unions-Fraktionschefs Jens Spahn – was die Personalrochaden ins Rollen brachte.

Seit 2013 im Bundestag

Warken stammt aus dem ruhigen Weinbauort Tauberbischofsheim und bezeichnet sich selbst als heimatverbunden. Bereits als Jurastudentin in Heidelberg trat sie der Jungen Union und der CDU bei. Später wurde sie stellvertretende Bundesvorsitzende der Jungen Union. Parallel zu ihrem Studienabschluss begann sie mit der kommunalpolitischen Arbeit im Stadtrat von Tauberbischofsheim. Zudem war sie als Rechtsanwältin tätig.

2013 zog sie erstmals in den Bundestag ein. Dort konzentrierte sie sich vor allem auf Innen- und Rechtspolitik – im Gesundheitsressort galt sie bei Amtsantritt noch als fachfremd. Sie erarbeitete sich jedoch den Ruf einer Politikerin, die weniger durch laute Auftritte auffällt, sondern vielmehr mit Beharrlichkeit und Engagement arbeitet.

Gemeinsam mit dem hessischen Innenminister Peter Beuth leitete sie den CDU-Bundesfachausschuss Innere Sicherheit. 2021 wurde sie parlamentarische Geschäftsführerin der später von Merz geführten Fraktion.

Ende 2023 übernahm sie zusätzlich das Amt der Generalsekretärin der CDU Baden-Württemberg, die damals versuchte, den Grünen die Landesregierung abzunehmen – was jedoch im März 2026 am beliebten Grünen-Spitzenkandidaten Cem Özdemir scheiterte. Zu diesem Zeitpunkt hatte Warken nach dem Wahlsieg der CDU/CSU bei der Bundestagswahl Anfang 2025 bereits den Sprung ins Bundeskabinett geschafft.