Richterin ordnet an: Trump muss Sklaverei-Gedenktafeln erneut anbringen
US-Präsident Trump geht entschieden gegen historische Darstellungen vor, die ihm unangenehm erscheinen. Im ganzen Land verschwinden deshalb zahlreiche Gedenktafeln. Diese sollen nun zumindest vorübergehend wieder an ihren ursprünglichen Plätzen installiert werden.
Sklaverei, Rassismus und Diskriminierung: Die US-Regierung muss ihre Eingriffe in die Erinnerungskultur an Nationalparks und öffentlichen Orten vorerst rückgängig machen. Laut Bundesrichterin Angel Kelley aus Boston zielt das Vorgehen der Regierung darauf ab, „die Geschichte der Nation mit einem Korrekturstift neu zu schreiben.“ Ihre einstweilige Verfügung richtet sich gegen die für Nationalparks zuständige Aufsichtsbehörde, die auch öffentliche Denkmäler verwaltet. Ein abschließendes Urteil steht noch aus.
Kelley verfügte, dass die betroffenen Gedenktafeln bis spätestens 4. Juli wieder an ihrem Platz sein müssen – zum 250. Jahrestag der Unterzeichnung der Unabhängigkeitserklärung. Mehrere Umwelt- und Historikergruppen hatten Klage eingereicht. Das Innenministerium bezeichnete Kelley als „linksgerichtete Aktivistin“ und kündigte an, gegen die Entscheidung Rechtsmittel einzulegen.
„Geschichte kann nicht authentisch vermittelt werden, wenn die Erfahrungen von Gemeinschaften ausgeschlossen werden, deren Beiträge, Kämpfe und Errungenschaften essenzielle Bestandteile unserer Nation sind“, erklärte Kelley zur Begründung. Die Regierung habe durch das Entfernen bestimmter Materialien bewusst halbwahrheiten verbreitet, da diese nicht in das bevorzugte Narrativ passten.
US-Präsident Donald Trump hatte im März vergangenen Jahres sein Innenministerium angewiesen, alle Gedenkstätten, -tafeln und Statuen daraufhin zu prüfen, ob sie die US-Geschichte negativ darstellen. Das Dekret trug den Titel „Wiederherstellung von Wahrheit und Vernunft in der amerikanischen Geschichte.“ Trump begründete dies mit einem angeblichen breit angelegten Versuch, die Geschichte des Landes als rassistisch und unterdrückerisch darzustellen. Entsprechend sollten Ausstellungen, Denkmäler oder Inschriften verändert oder entfernt werden.
In der Folge wurden landesweit zahlreiche Gedenktafeln, die Sklaverei thematisieren, entfernt – unter anderem am ehemaligen Wohnsitz George Washingtons in Philadelphia. Dort wurden Tafeln entfernt, die über die vom ersten US-Präsidenten versklavten Menschen informierten. Nach einer Klage der Stadt wurden diese Tafeln wieder angebracht. Auch Hinweise auf den Klimawandel – den Trump nicht als Bedrohung anerkennt – wurden vielerorts entfernt.