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Parlament berufen: Syrien hält Frauenanteil im neuen Parlament niedrig

Abgeordnete ernannt: Syrien hält Anteil von Frauen in neuem Parlament gering

Nach jahrelangem Bürgerkrieg befindet sich Syrien weiterhin in einem tiefgreifenden Wandel. Das neu gebildete Parlament soll dem Land demokratische Strukturen verleihen. Übergangspräsident al-Scharaa hatte das Ziel, Ungleichheiten bei der Berufung der Abgeordneten abzubauen, doch scheint dies nur teilweise gelungen zu sein.

Über eineinhalb Jahre nach dem Sturz von Syriens langjährigem Machthaber Baschar al-Assad steht die endgültige Zusammensetzung des neuen Parlaments fest. Dieses wird am kommenden Montag zu seiner ersten Sitzung zusammenkommen, wie Mohammed Taha al-Ahmad, Vorsitzender des Obersten Wahlkomitees zur Volksversammlung, auf einer Pressekonferenz in Damaskus bekanntgab. Zudem wurden die Namen der 70 Abgeordneten veröffentlicht, die von Übergangspräsident Ahmed al-Scharaa ernannt wurden.

Das Parlament umfasst insgesamt 210 Sitze. Zwei Drittel der Mitglieder wurden bereits im Oktober durch regionale Wahlgremien bestimmt. Die Bevölkerung Syriens konnte die Abgeordneten nicht direkt wählen. Bei der Wahl im Oktober hatten vor allem sunnitische und konservativ-sunnitische Gruppierungen sowie Stammesführer Erfolge erzielt, während der Anteil von Frauen und Minderheiten gering blieb. Übergangspräsident al-Scharaa sollte diese Ungleichheiten bei der Ernennung der restlichen Abgeordneten ausgleichen, hieß es damals.

Nach Angaben von al-Ahmad gehören zu den nun von al-Scharaa ernannten Abgeordneten Angehörige von im Krieg Gefallenen, ehemalige Gefangene, Überlebende von Chemiewaffenangriffen sowie Wissenschaftler, Fachkräfte, Vertreter verschiedener Berufsgruppen und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens. Ziel sei es, die Vielfalt der syrischen Gesellschaft widerzuspiegeln und die nationale Einheit zu fördern. Dennoch bleibt die Vertretung von Frauen gering: Al-Scharaa ernannte 15 Frauen, sodass insgesamt 22 Frauen im Parlament vertreten sein werden.