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Neue Luftangriffsmethode: Belarus als Startbasis für Putins Drohnen – und weitere Entwicklungen?

Neue Taktik für Luftangriffe: Belarus wird zur Startrampe für Putins Drohnen - und mehr?

Russland setzt seine Drohnenangriffe auf die Ukraine ohne Unterbrechung fort. Dabei nutzen sie zunehmend Belarus als Ausgangspunkt, um die ukrainische Luftabwehr zu umgehen. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat den belarussischen Machthaber Alexander Lukaschenko indirekt mit einer Entwicklung nach venezolanischem Muster gedroht.

Nach einer kurzen Phase relativer Ruhe im Ukraine-Krieg haben die russischen Streitkräfte vergangene Woche erneut massiv angegriffen und dabei eine neue Strategie angewandt. Laut Selenskyj waren zeitweise bis zu 800 russische Drohnen gleichzeitig im Einsatz. Ein Großteil dieser Drohnen bewegte sich in einer Entfernung von etwa fünf bis zehn Kilometern entlang der Grenze zu Belarus. Mit diesem Vorgehen versucht Russland, die ukrainische Luftabwehr zu umgehen und in westliche Regionen der Ukraine vorzudringen.

Das autoritär geführte Belarus gilt als eine Art Satellitenstaat Russlands. Präsident Lukaschenko ist ohne die Rückendeckung von Kremlchef Wladimir Putin kaum seit über drei Jahrzehnten an der Macht. Im Gegenzug unterstützt er kompromisslos die Interessen Putins.

Ukraine rechnet mit Angriffen aus Belarus

Dazu zählt auch die umfassende Unterstützung des russischen Kriegs gegen die Ukraine. Nach ukrainischen Angaben wird in Belarus aktuell die militärische Infrastruktur ausgebaut. Dies stellt laut Andrij Demtschenko, Sprecher der ukrainischen Grenzschutzbehörde, zwar keine unmittelbare Gefahr dar, doch die entstehende Infrastruktur – darunter Logistikrouten, Übungsplätze und weitere Militäranlagen – könnte jederzeit von Russland aktiviert werden. Diese Anlagen entstehen in enger Abstimmung mit Moskau.

Die Warnung erfolgt in einer Phase, in der auch Selenskyj zunehmend Besorgnis über Belarus äußert. Kürzlich berichtete er von ungewöhnlichen Bewegungen entlang der Grenze. Auf Telegram erklärte der ukrainische Präsident: „Wir gehen davon aus, dass Russland erneut versuchen wird, Belarus in seinen Krieg hineinzuziehen.“ Moskau erwäge, vom belarussischen Staatsgebiet aus Angriffe auf den Norden der Ukraine oder sogar auf NATO-Staaten durchzuführen. „Russland prüft Pläne für Operationen südlich und nördlich von Belarus“, so Selenskyj, ohne konkrete Belege zu nennen.

Der ukrainische Staatschef gab an, sich mit Geheimdiensten über mögliche russische Angriffsvorhaben aus Belarus beraten zu haben. Dabei ging es konkret um mögliche Offensiven in Richtung Tschernihiw und Kiew. „Wir bereiten uns auf jede denkbare feindliche Aktion vor – falls Russland tatsächlich seine Aggressionen ausweiten sollte. Unsere Truppen in diesem Bereich werden verstärkt“, schrieb Selenskyj bei X.

Indirekt drohte Selenskyj Lukaschenko sogar mit einem Szenario wie in Venezuela. Die Entwicklungen in dem südamerikanischen Land sollten die Führung in Belarus „davon abhalten, Fehler zu begehen“. Anfang Januar hatten die USA den venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro festgenommen und vor Gericht gebracht.

Belarus setzt russische Reisebeschränkungen durch

Wie eng die Beziehungen zwischen Moskau und Minsk sind und wie stark Lukaschenko auf Putin hört, zeigt eine weitere aktuelle Entwicklung: Belarus setzt russische Reiseverbote an der Grenze durch. Dadurch sollen wehrpflichtige Russen daran gehindert werden, in westliche Länder zu reisen.

Der belarussische Grenzschutz erklärte: „Wenn keine Reisebeschränkungen vorliegen, ist die Ausreise aus Belarus möglich. Bei einem Ausreiseverbot sind alle Anfragen an die Russische Föderation zu richten.“

Russland und Belarus nutzen eine gemeinsame Datenbank, die es dem belarussischen Grenzpersonal ermöglicht zu prüfen, ob russischen Staatsangehörigen die Ausreise aus Russland untersagt ist. Das berichtete das russische Exilmedium „Moscow Times“ unter Berufung auf einen Sprecher des belarussischen Grenzschutzes.

Anfang Mai verweigerte Belarus bereits einem wehrpflichtigen Russen die Ausreise vom Flughafen Minsk. Angesichts der engen Beziehungen zwischen beiden Ländern dürfte dies kein Einzelfall bleiben.