Nach RTL/ntv-Trendbarometer: Kubicki schickt Merz SMS – „Mission impossible ist geschafft“
Ein Kommentar von Bundeskanzler Friedrich Merz belastete den neuen FDP-Vorsitzenden Wolfgang Kubicki offenbar lange Zeit. Doch eine aktuelle Umfrage veranlasste ihn, dem Kanzler eine euphorische und zugleich scharfzüngige SMS zu schicken.
Nach dem ereignisreichen FDP-Parteitag zeigt sich Kubicki zuversichtlich. „Hätte ich vor acht Wochen behauptet, dass die Freien Demokraten Ende Mai wieder bei fünf Prozent liegen, hätten Sie gesagt: Der Kubicki spinnt“, erklärte er gegenüber der „Süddeutschen Zeitung“. Der Anlass: In einer Forsa-Umfrage, dem RTL/ntv-Trendbarometer, erreichten die Liberalen erstmals seit Langem wieder die Fünf-Prozent-Hürde.
Zur überraschenden Kandidatur von Marie-Agnes Strack-Zimmermann auf dem Parteitag meinte Kubicki, ihn habe einzig die völlige Überraschung gestört. „Ich habe Verständnis dafür, wenn viele mich deshalb nicht gewählt haben, weil sie keine weitere One-Man-Show in der FDP wünschen.“
Er unterstrich, die Partei setze auf Erfolg: „Wenn wir erfolgreich sind, wird die innere Anspannung bei unseren Mitgliedern, die sich nicht ständig als Verlierer fühlen wollen, wieder nachlassen.“
Klare Ansage an den Bundeskanzler
Zu seiner persönlichen Haltung sagte er: „In mir ist der alte Terrier wieder erwacht.“ Kubicki berichtete, dass er dem CDU-Vorsitzenden und Bundeskanzler Friedrich Merz eine SMS geschickt habe, als die FDP erstmals wieder bei fünf Prozent lag: „Moin Friedrich, Mission impossible ist geschafft, aber der Kampf geht weiter.“ Hintergrund ist Merz’ Aussage nach der Landtagswahl in Baden-Württemberg, wonach die FDP keine Rolle mehr spielen werde.
Marie-Agnes Strack-Zimmermann verteidigte in der „Süddeutschen Zeitung“ ihre unerwartete Kandidatur um den FDP-Vorsitz. Sie berichtete, dass 95 Prozent der Rückmeldungen ihr gegenüber positiv gewesen seien. Der Parteitag habe zudem Interesse geweckt und gezeigt, „dass Leben in der Partei steckt“.
Zudem habe es seit dem Ausscheiden der FDP aus dem Bundestag nie eine echte Aussprache gegeben. „Deshalb musste die Diskussion auf dem Parteitag jetzt stattfinden.“
Die Situation beruhige sich gerade wieder. „Wir wissen, dass wir alle gut zusammenarbeiten müssen, auch Kubicki und ich.“ Zwischen ihnen gebe es Gemeinsamkeiten: „Kubicki ist sehr spontan, direkt und geradeheraus – genauso wie ich.“ Zudem seien sie beide Profis. „Jetzt legen wir los. Wir sind keine Kinder mehr, die im Sandkasten mit Förmchen spielen.“