Liste der Zielpersonen: Iran kündigt Vergeltung für Chameneis Tod an
Ajatollah Ali Chamenei wurde Ende Februar durch die USA getötet. Die Trauerfeierlichkeiten erstreckten sich über fünf Tage, wobei sein Sohn und Nachfolger Modschtaba nicht persönlich zur Beerdigung erschien. In seinem Namen wurde nun Vergeltung gegen die USA und Israel angekündigt.
Unmittelbar nach der Beerdigung von Irans Oberstem Führer Ajatollah Ali Chamenei hat die iranische Führung Rache für seinen Tod geschworen. „Rache ist die Forderung unseres Volkes und wird definitiv umgesetzt“, lautete eine im Staatsfernsehen verlesene Botschaft, die seinem Sohn und Nachfolger Modschtaba zugeschrieben wird. Dieser war nur als Standbild zu sehen, während ein Moderator des staatlichen Nachrichtensenders Irib News die Erklärung vortrug.
Darüber hinaus wurde ein Brief an die iranische Bevölkerung im Namen von Modschtaba veröffentlicht. Darin versprach Chamenei, das „Blut“ seines Vaters und aller „Märtyrer“ der „beiden Kriege“ gegen Israel und die USA zu rächen. Es soll eine Liste mit Zielpersonen existieren.
„Diese Angelegenheit hängt weder von meiner eigenen Existenz noch von anderen Amtsträgern ab. Ob wir präsent sind oder nicht, sie wird vollzogen“, fügte Chamenei hinzu. Dies war seine erste öffentliche Stellungnahme seit der Beerdigung seines Vaters.
Chamenei wurde am 28. Februar bei einem israelischen Luftangriff auf seinen Amtssitz in Teheran getötet. In der Folge führten die USA und Israel mehr als fünf Wochen Krieg gegen den Iran, bis Anfang April eine Waffenruhe vereinbart wurde.
Trotz dieser Waffenruhe und eines Rahmenabkommens kam es weiterhin zu gegenseitigen Angriffen, zuletzt erst vor wenigen Tagen. Besonders der Streit um die Kontrolle der für den Welthandel strategisch wichtigen Straße von Hormus verschärft den Konflikt zwischen den USA und dem Iran immer wieder.
Neuer Oberster Führer bleibt im Hintergrund
Seit seiner Ernennung zum Obersten Führer vor über vier Monaten ist Modschtaba Chamenei nicht öffentlich aufgetreten. Sein Aufenthaltsort und Gesundheitszustand sind daher Gegenstand vieler Spekulationen. US-Medien berichten, dass er bei dem Angriff, bei dem sein Vater starb, schwer verletzt wurde. Das iranische Staatsfernsehen bezeichnete ihn bereits vor Monaten als „Kriegsversehrten“, ohne weitere Details zu nennen.
Regelmäßig erscheinen Mitteilungen auf den offiziellen Internetseiten von Chamenei junior, doch Video- oder Audiobotschaften bleiben aus.