Kurze Debatte zu sensibler Thematik: USA und Iran zeigen unterschiedliche Positionen zu Atominspektoren
Laut den USA ist das Atomprogramm Teherans der Hauptgrund für den Krieg gegen den Iran. Nach dem Abschluss der ersten Verhandlungsrunde mit dem Iran in der Schweiz zieht US-Vizepräsident Vance ein positives Resümee. Der Iran zeigt sich hingegen vorsichtiger in seinen Äußerungen.
Nach Angaben von US-Vizepräsident JD Vance ist der Iran bereit, erneut Inspektoren der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) ins Land zu lassen. Die Gespräche über die Atomkontrollen könnten bereits in dieser Woche starten, einen konkreten Zeitplan gibt es jedoch noch nicht, erklärte Vance am Ende seiner Gespräche mit der iranischen Delegation vor Journalisten im luxuriösen Schweizer Resort Bürgenstock. Vance bezeichnete die Zustimmung des Iran als einen „bedeutenden Meilenstein für das amerikanische Volk“. Zudem sei dies „der erste Schritt hin zu einer dauerhaften Denuklearisierung oder zum vollständigen Stopp des iranischen Atomwaffenprogramms“.
Der Iran äußerte sich nach den Verhandlungen in der Schweiz deutlich zurückhaltender zu diesem Thema. Zu der von Vance verkündeten Zustimmung bezüglich der Einladung von IAEA-Inspektoren gab es zunächst keine Stellungnahme. Der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Esmaeil Bakaei, erklärte, bei den Gesprächen in der Schweiz habe es mit den USA lediglich eine „kurze Debatte über die Atomfrage“ gegeben. Die USA hätten das Thema angesprochen und ihre Position dargelegt. „Es wurden jedoch keine Details erörtert, und man kann nicht behaupten, dass Verhandlungen über die Atomfrage begonnen hätten.“
Das iranische Atomprogramm zählt zu den Gründen, die US-Präsident Donald Trump für den im Februar gemeinsam mit Israel gestarteten Krieg gegen den Iran angeführt hat. Nach Einschätzung der IAEA ist der Iran das einzige Land ohne eigene Atomwaffen, das Uran bis zu 60 Prozent anreichert. Dieser Wert liegt deutlich über dem für die zivile Nutzung erforderlichen Anreicherungsgrad und nahe an den 90 Prozent, die für die Herstellung einer Atombombe nötig sind.
Seit Kriegsbeginn kein Zugang zu Atomanlagen
Westliche Staaten werfen dem Iran seit Jahren vor, Atomwaffen anzustreben. Teheran bestreitet dies und betont, sein Atomprogramm diene ausschließlich zivilen Zwecken. Im vergangenen Herbst konnte die IAEA im Iran zuletzt einige Anlagen besichtigen, die von den israelischen und US-Angriffen im Juni 2025 nicht beschädigt wurden. Seit diesen Angriffen hat die Behörde keinen Zugang mehr zu den Urananreicherungsanlagen im Iran erhalten. Ende Februar begannen die USA und Israel einen Krieg gegen den Iran, der nun durch ein Rahmenabkommen endgültig beendet werden soll.
Vance plant, noch heute in die USA zurückzukehren. Die Verhandlungen mit dem Iran würden auf technischer Ebene fortgesetzt, sagte er. Ein Verfahren sei vereinbart worden, um die Straße von Hormus offen zu halten. Über diese Meerenge werden Öl und Dünger aus den Anrainerstaaten auf den Weltmarkt transportiert. Der Iran hatte sie nach Beginn der US- und Israel-Angriffe geschlossen.
Vance: Viel Arbeit bleibt zu tun
Außerdem wurde ein Mechanismus vereinbart, um Verstöße gegen die im Rahmenabkommen festgelegten Waffenruhebestimmungen auch im Libanon unmittelbar zu diskutieren, um eine neue Eskalation zu verhindern. „Wir haben ein sehr solides Fundament für den Abschluss einer erfolgreichen endgültigen Vereinbarung gelegt“, so Vance. Dennoch stehe noch viel Arbeit für die Verhandler bevor. Das Rahmenabkommen sieht vor, die endgültige Vereinbarung möglichst innerhalb von 60 Tagen zu erreichen.
Zu den im Rahmenabkommen genannten iranischen Vermögenswerten erklärte Vance, dass die USA und Katar die Kontrolle darüber behalten, wann und wie Auszahlungen erfolgen. Mit diesem Geld würden Sojabohnen, Mais und Weizen aus den USA importiert. „Sollten die iranischen Vermögenswerte jemals freigegeben werden, dienen sie dazu, amerikanische Landwirte zu unterstützen und das iranische Volk zu versorgen“, sagte Vance.