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Israel beendet Kontakt zu UN-Generalsekretär Guterres

Israel bricht Kontakt zu UN-Generalsekretär Guterres ab

Die Vereinten Nationen berichten von glaubwürdigen Hinweisen auf sexualisierte Gewalt durch israelische Kräfte gegen Palästinenser. Daraufhin zeigt sich der israelische UN-Botschafter empört und beendet die Kooperation mit Generalsekretär Guterres. Dies markiert einen neuen Tiefpunkt in den Beziehungen.

Israel hat die Zusammenarbeit mit UN-Generalsekretär António Guterres offiziell eingestellt. Auslöser war die Entscheidung, Israel wegen Vorwürfen sexualisierter Gewalt in Konfliktregionen auf eine sogenannte „schwarze Liste“ zu setzen, wie der israelische UN-Botschafter Danny Danon auf der Plattform X mitteilte. „Wir haben genug von diesem Generalsekretär“, erklärte Danon. Die Maßnahme, Israel auf diese Liste zu setzen und dem Land vorzuwerfen, sexualisierte Gewalt als Kriegswaffe einzusetzen, bezeichnete er als „skandalös“.

Danon kritisierte außerdem, dass Israel mit der Terrororganisation Hamas gleichgesetzt werde, was einen „neuen Tiefpunkt“ darstelle. Die radikal-islamistische Hamas war im August 2025 ebenfalls auf die „schwarze Liste“ aufgenommen worden. Israel kündigte an, den Kontakt zum Büro Guterres bis zum Ende seiner Amtszeit Ende des Jahres abzubrechen. Bereits im Oktober 2024 hatte Israel Guterres zur „unerwünschten Person“ erklärt.

Der Botschafter bezog sich auf einen Bericht des UN-Generalsekretärs über sexualisierte Gewalt in Konfliktgebieten. Obwohl die Untersuchung noch nicht veröffentlicht wurde, wurden die betroffenen Staaten bereits vorab informiert.

UN bestätigen „glaubwürdige Informationen“ gegen Israel

Im Jahresbericht der Vereinten Nationen vom vergangenen August wurde die mögliche Aufnahme Israels auf die „schwarze Liste“ angekündigt. Darin hieß es, es gebe „glaubwürdige Informationen“ über sexuelle Übergriffe israelischer Sicherheitskräfte gegen palästinensische Gefangene in Haftanstalten.

Im vergangenen Jahr fanden Medienberichten zufolge mehrere Treffen zwischen dem israelischen UN-Botschafter und Vertretern des UN-Generalsekretärs statt. Israel legte Dokumente, Daten und eine ausführliche Stellungnahme zu allen Vorwürfen vor, doch Guterres entschied sich dennoch für die Listung Israels.

Die Beziehungen zwischen Israel und den Vereinten Nationen sind seit dem Gaza-Krieg stark belastet. Die israelische Regierung reagierte empört auf die scharfe Kritik von Guterres und anderen UN-Vertretern an den Militäreinsätzen Israels im Gazastreifen. Der Krieg im Gazastreifen begann mit dem Überfall der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023. Nach zwei Jahren Krieg trat im Oktober 2025 eine von den USA vermittelte Waffenruhe in Kraft, doch beide Seiten werfen sich weiterhin Verstöße vor.

Wechselseitige Angriffe dauern an

Erst am Dienstag berichteten palästinensische Quellen von mindestens fünf Todesopfern bei einem israelischen Luftangriff im Gazastreifen. Sanitäter gaben an, dass eine israelische Drohne eine Rakete auf das Flüchtlingslager Maghasi abfeuerte. Kürzlich ordnete der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu an, 70 Prozent des Gazastreifens unter Kontrolle zu bringen. Mitte Mai hatte er erklärt, dass die israelischen Streitkräfte bereits 60 Prozent des Gebiets kontrollieren.

Beim Überfall der Hamas am 7. Oktober 2023 kamen nach israelischen Angaben mehr als 1200 Menschen ums Leben, 251 wurden in den Gazastreifen verschleppt. Laut Hamas-Behörden, deren Angaben nicht unabhängig überprüfbar sind, starben durch israelische Angriffe im Palästinensergebiet über 72.000 Menschen. Seit Inkrafttreten der Feuerpause wurden schätzungsweise rund 900 Palästinenser getötet.