Im Mai erreichte die Zahl russischer Drohnenangriffe auf die Ukraine einen Höchststand – im Juni folgte ein deutlicher Rückgang
Russland setzt seit Jahren Drohnen- und Raketenangriffe gegen die Ukraine ein. Im Mai stieg die Anzahl der Angriffe auf einen historischen Höchstwert. Im darauffolgenden Monat verringerte sich die Zahl laut einer Analyse jedoch deutlich. Gleichzeitig erlitt Russland erhebliche Verluste.
Im Juni griff Russland die Ukraine mit deutlich weniger Drohnen und Raketen an als im Mai. Eine Auswertung der Nachrichtenagentur AFP, basierend auf Daten der ukrainischen Luftwaffe, zeigt, dass Moskau 5749 Drohnen und 180 Raketen einsetzte. Der Rückgang betrug 29 Prozent bei den Drohnen und 15 Prozent bei den Raketen. Bei den Angriffen starben mehrere Zivilisten.
Dieser Abwärtstrend folgt auf Monate intensiver russischer Luftangriffe. Im Mai hatte Russland mit mindestens 8150 Langstreckendrohnen und 211 Raketen die höchste monatliche Angriffsanzahl seit Beginn des Krieges im Februar 2022 verzeichnet, wie eine AFP-Auswertung ergab.
Im Juni traf ein russischer Angriff unter anderem ein UNESCO-geschütztes Kloster im Zentrum von Kiew. Dabei geriet das Dach der bekannten Mariä-Entschlafens-Kathedrale in Brand. Seit Beginn der Invasion attackiert Russland die Ukraine fast täglich mit Drohnen und Raketen und richtet sich dabei immer wieder gegen zivile Infrastruktur und Energieanlagen.
Im Juni intensivierte die Ukraine ihre eigenen Angriffe auf russische Ziele, die sie als Vergeltungsmaßnahmen bezeichnet. Besonders im Fokus stehen Anlagen zur Erdölverarbeitung und -ausfuhr, darunter Raffinerien, Lagerstätten und Häfen. Zudem meldete die ukrainische Armee erfolgreiche Angriffe auf Rüstungsbetriebe. So erklärte die Ukraine, ein Werk in Woronesch getroffen zu haben, das wichtige Komponenten für Iskander-Raketen herstellt. Dieser Angriff soll die russische Fähigkeit zur Produktion neuer Raketen erheblich beeinträchtigen.
Russlands Präsident Wladimir Putin räumte am Sonntag bestehende „Herausforderungen“ ein, darunter Treibstoffknappheiten infolge ukrainischer Angriffe. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj kündigte vergangene Woche an, eine 40-tägige „Einflussoperation“ gegen Russland genehmigt zu haben, um Moskau zum Kriegsende zu bewegen.