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Fit fürs Präsidentenamt? Trump wird 80 und zeigt Konzentrationsschwächen

Fit fürs Amt?: Dösender, äh, konzentriert zuhörender Trump wird 80

Der US-Präsident begeht seinen 80. Geburtstag. Während sein Vorgänger mit dem Alter politisch zu kämpfen hatte, zeigt Trump eine gesteigerte Intensität in seinem Auftreten. Dennoch schließt er vor laufenden Kameras immer wieder die Augen, was bei den Demokraten Fragen aufwirft.

Donald Trump wirkt nicht immer in Bestform. Nach europäischen Maßstäben erscheint er oft unkonzentriert: Er beginnt Sätze nicht zu Ende zu führen und schweift thematisch häufig ab. Innerhalb eines Gesprächs widerspricht er sich mehrfach. Seine Anhänger und wohlwollende Journalisten beschreiben dieses springende Verhalten als „weben“. Manchmal wird er auch als genialer Stratege dargestellt, der ein diplomatisches 5-D-Schach spielt. Was chaotisch scheint, wird so als durchdachter Plan interpretiert. Doch bei Pressekonferenzen und Kabinettssitzungen wirkt er oft schläfrig, er döst weg oder macht kurze Nickerchen – trotz laufender Kameras. Zuletzt fiel dies auch beim NBA-Finale in New York auf.

Bestehen gesundheitliche Probleme beim Präsidenten? Das Weiße Haus und Trump selbst weisen solche Vermutungen zurück; demnach blinzelt er lediglich ausgiebig oder hört konzentriert zu. Gleichzeitig feuert Trump in den Abend- und Nachtstunden auf Social-Media-Kanälen regelrechte Schimpfkanonaden ab – teils wie ein aufbrausender Teenager, der Journalisten attackiert und mit geopolitischen Provokationen aufwartet. Zudem finden zu seinen Ehren Kämpfe in Käfigen vor dem Weißen Haus statt. Dieses Verhalten folgt einem immer unberechenbareren Muster.

Dies könnte damit zusammenhängen, dass Trump seine zweite Amtszeit so autoritär wie möglich gestaltet. Niemand sonst hat wirklich Einfluss, er entscheidet nach eigenem Gutdünken. Andererseits könnten es auch Alterserscheinungen sein: Trump wird heute 80 Jahre alt. Damit zählt der Immobilienunternehmer, Krypto-Investor und Medienmacher zu den 16 ältesten amtierenden Staatschefs weltweit. Der älteste von 186 erfassten Staatsoberhäuptern der 193 UN-Mitgliedsstaaten ist der 93-jährige Paul Biya aus Kamerun, der seit fast 44 Jahren regiert.

Geheimer Plan für dritte Amtszeit?

Ein derart langes Regieren wird Trump wohl nicht erreichen. Dennoch haben er und seine Unterstützer mehrfach öffentlich über eine mögliche dritte Amtszeit gesprochen. Obwohl die Verfassung dies verbietet, sagte der „America First“-Ideologe Steve Bannon im vergangenen Jahr selbstbewusst, ein entsprechender Plan werde „zu gegebener Zeit“ aus der Schublade geholt. Die Amerikaner sollten sich darauf einstellen. Wie ernst dieses Vorhaben ist, bleibt abzuwarten. Zunächst muss Trump jedoch die verbleibenden zweieinhalb Jahre seiner zweiten Amtszeit bewältigen.

Alternde Politiker sind nichts Neues. Wer Macht besitzt, will sie meist behalten. In den USA ist dies jedoch deutlicher als in Deutschland erkennbar. US-Kongressmitglieder sind zwar nicht länger im Amt, aber mit durchschnittlich 61,1 Jahren rund zehn Jahre älter als die durchschnittliche erwachsene Bevölkerung. In Deutschland liegt das Durchschnittsalter der Abgeordneten bei 47,1 Jahren, die Gesamtbevölkerung bei 48,5 Jahren.

Die Mehrheit der US-Bevölkerung steht dem kritisch gegenüber: Nur 3 Prozent gaben 2023 an, ein Präsident sollte idealerweise 70 Jahre oder älter sein. Etwa die Hälfte bevorzugte ein Alter in den 50ern für das Amt. Zudem sprachen sich 79 Prozent für eine Altersgrenze für Politiker aus. Doch warum sollten Kongress und Präsident eine solche Regelung beschließen? Ein einschneidendes Ereignis, das eindeutig mit dem Alter der Entscheidungsträger in Verbindung steht, wäre wohl notwendig. Es könnte aber auch umgekehrt sein und ältere Politiker als verlässlicher erscheinen lassen.

Ob längere Lebensdauer bessere Politiker hervorbringt, lässt sich diskutieren. Klar ist jedoch: Jüngere Amtsinhaber sind näher an den Herausforderungen von heute und morgen – angesichts Klimakrise, Künstlicher Intelligenz und einer EU, die sich international als demokratische Bastion behaupten muss, wichtiger denn je.

Zurück zu Trump: Wie seine Vorgänger wird er mindestens einmal jährlich gründlich medizinisch untersucht. 2026 stellte er womöglich einen Rekord auf: 22 Spezialisten nahmen ihn unter die Lupe. Sein Leibarzt erklärte anschließend, der Präsident sei bei „ausgezeichneter Gesundheit“, habe ein besonders starkes Herz, empfahl aber weniger Gewicht und mehr Bewegung. Das mag stimmen, doch seien wir ehrlich: Würde ein Arzt bei ernsthaften Problemen die Wahrheit unverblümt öffentlich machen? Auch Joe Biden wurde im Februar 2024 von seinem Arzt als „fit fürs Amt“ bezeichnet, dennoch wurde „Sleepy Joe“ möglichst aus der Öffentlichkeit ferngehalten – im Juni brach er bei einer Fernsehdebatte fast zusammen. Die Geschichte nahm ihren Lauf.

92-Jähriger als möglicher Nachfolger

Die nächsten Jahre dürften angesichts Trumps üblicher Regierungsweise ohnehin turbulent bleiben. Man kann nur hoffen, dass er geistig stabil bleibt. Im letzten Amtsjahr 2028 wird er der älteste amtierende US-Präsident aller Zeiten sein. Die Nachfolge sieht aktuell so aus: Auf „Dozy Don“ folgt der 41-jährige Vizepräsident JD Vance. Sollte auch dieser ausfallen, ist Chuck Grassley an der Reihe – der 92-jährige älteste Senator der Mehrheitspartei. Am Ende seines Mandats 2029 wird er 95 Jahre alt sein.

Was die Republikaner jahrelang mit Bidens Gesundheitszustand taten – nämlich spekulieren –, versuchen die Demokraten nun mit Trump. Besonders Influencer in sozialen Medien und Mitglieder des Kongresses äußern Zweifel. „Etwas stimmt mit Trumps Gesundheit oder geistigen Fähigkeiten nicht“, sagte Abgeordneter Ted Lieu am 3. Juni im Repräsentantenhaus angesichts Aufnahmen, auf denen Trump bei Veranstaltungen offenbar einschläft. Es müsse einen Grund geben, warum der Präsident wiederholt ins Krankenhaus gehe und dort auf seine geistigen Fähigkeiten getestet werde, so Lieu. Er forderte eine Erklärung vom Außenminister Marco Rubio, der wegen des Iran-Krieges vorgeladen wurde.

Rubio bezeichnete die Vorwürfe als „absurd und lächerlich“ und betonte, Trump schlafe „praktisch nie“ und arbeite „Tag und Nacht“. Die Wahrheit liegt vermutlich irgendwo dazwischen. Die Spekulationen verpuffen wohl auch, weil Trump erstens keine sichtbaren altersbedingten Einschränkungen wie Bidens verkrümmte Wirbelsäule hat. Zweitens betreibt Trump in seiner zweiten Amtszeit intensiver denn je das, was er schon immer getan hat: endlos abschweifen, immer wieder dieselben falschen Anschuldigungen erheben, Zahlen erfinden, Behauptungen aufstellen und Menschen beleidigen. Solche Wiederholungen können sehr ermüdend wirken.