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Dobrindt spricht sich gegen generelles Social-Media-Verbot für Kinder aus

Dobrindt lehnt striktes Social-Media-Verbot für Kinder ab

Kanzler Friedrich Merz und die Mehrheit der Bevölkerung in Deutschland sind sich einig: Kinder unter 14 Jahren sollten keine sozialen Medien nutzen dürfen. Innenminister Alexander Dobrindt hingegen äußert Zweifel an einem umfassenden Verbot und betont die Rolle der Eltern.

Alexander Dobrindt sieht ein generelles Verbot von Social Media für Kinder kritisch. „Ein einfaches Verbot erscheint mir schwer umsetzbar und wenig zielführend“, erklärte der CSU-Politiker gegenüber der Funke-Mediengruppe. Die Entscheidung, ab wann ein Kind ein Smartphone erhält, liege grundlegend bei den Familien und Eltern. Es gebe bereits heute Möglichkeiten zur Begleitung und Kontrolle der Nutzung. „Gleichzeitig ist es wichtig, dass Eltern sich aktiv mit der Smartphone-Nutzung ihrer Kinder auseinandersetzen“, mahnte er.

Dobrindt fügte hinzu: „Verantwortung kann man nicht komplett delegieren, weder in die eine noch in die andere Richtung. Staatliches Handeln funktioniert nur in Kombination mit der Unterstützung der Familien.“ Soziale Medien seien fest im Informationsalltag verankert, weshalb es zu kurz gedacht sei, allein auf ein staatliches Verbot zu setzen.

Seit Australien im Dezember 2025 ein solches Verbot für Kinder unter 16 Jahren eingeführt hat, gewinnen auch in Deutschland und auf EU-Ebene Forderungen nach ähnlichen Einschränkungen an Bedeutung. Mehrere EU-Länder, darunter Dänemark, Frankreich, Spanien und Griechenland, planen, Plattformen wie TikTok und Instagram für Jugendliche unter 15 oder 16 Jahren zu sperren.

Merz unterstützt Verbot für Kinder unter 14 Jahren

In Deutschland arbeitet derzeit eine Expertenkommission, eingesetzt von Bundesfamilienministerin Karin Prien, an konkreten Empfehlungen zum Schutz von Kindern und Jugendlichen in der digitalen Welt. Die Ergebnisse werden für den Sommer erwartet. Bundeskanzler Friedrich Merz hat sich bereits für ein Social-Media-Verbot für Kinder unter 14 Jahren ausgesprochen.

Eine aktuelle Umfrage des Bayerischen Forschungsinstituts für Digitale Transformation zeigt, dass zwei Drittel der Deutschen ein solches Verbot unterstützen. Auch der Aktionsrat Bildung fordert gesetzliche Altersgrenzen für Social-Media-Plattformen. „Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene sollten nur altersgerechte, qualitativ hochwertige Inhalte konsumieren, die ihre Entwicklung und soziale Teilhabe fördern. Zudem muss die Nutzungsdauer altersgerecht begrenzt sein“, verlangt das Expertengremium. Konkrete Altersgrenzen oder Nutzungszeiten schlagen die Bildungswissenschaftler jedoch nicht vor.