DGB-Chefin Fahimi mit über 96 Prozent wiedergewählt und will Gewerkschaft stärken
Beim Bundeskongress erhielt die amtierende Vorsitzende Yasmin Fahimi mehr als 96 Prozent der Stimmen der Delegierten und wurde somit im Amt bestätigt. In ihrer Ansprache forderte sie die Gewerkschaft auf, sich als eine treibende „Gestaltungskraft“ für Deutschland zu positionieren.
Yasmin Fahimi führt den Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) nun mit großem Rückhalt an der Spitze weiter. Die 58-Jährige wurde in Berlin mit 370 Ja-Stimmen für eine weitere Amtszeit von vier Jahren gewählt. 15 Delegierte stimmten dagegen, drei enthielten sich. Damit erreichte die ehemalige SPD-Politikerin eine Zustimmung von 96,1 Prozent. Fahimi bekleidet den DGB-Vorsitz seit 2022.
Auch die übrigen Mitglieder der Führung wurden bestätigt: Elke Hannack wurde mit 86,49 Prozent der Stimmen als stellvertretende Vorsitzende wiedergewählt. Stefan Körzell erhielt mit 97,63 Prozent ebenfalls das Vertrauen der Delegierten als weiterer Vize. Anja Piel, Mitglied im Vorstand, wurde mit 95,17 Prozent ebenfalls erneut bestätigt.
In ihrer Rede betonte Fahimi mit Blick auf bevorstehende Sozialreformen, dass, wenn aktuell unverhohlen der Radikalkapitalismus verherrlicht werde und die Beschäftigten die Folgen durch schlechte Arbeitsbedingungen und niedrige Löhne tragen müssten, die Gewerkschaften verlässlich an ihrer Seite stehen würden. Sie unterstrich die Notwendigkeit, mobilisierungsbereit zu sein, und erklärte: „Gleichzeitig sind und bleiben wir eine gestaltende Kraft in diesem Land.“
Der DGB-Kongress steht unter dem Motto „Stärker mit uns“ und tagt noch bis Mittwoch in Berlin. Am Abend wird Vizekanzler und SPD-Chef Lars Klingbeil erwartet. Für Dienstag sind Reden von Bundeskanzler Friedrich Merz sowie Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas vorgesehen. Die acht Mitgliedsgewerkschaften des DGB vertreten etwa 5,4 Millionen Beschäftigte.